Die Suche nach Hitlers Volk

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Report, Zeitgeschichte
Die Suche nach Hitlers Volk

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
ZDFinfo
Mi., 08.05.
07:00 - 07:45
Folge 2, Deutschlandreise '45


Im Dezember 1944 führt der US-Soziologe und Historiker Saul K. Padover hinter der Front in Belgien Gespräche mit deutschen Kriegsgefangenen. Erschüttert stellt er fest, dass sie immer noch bereit sind, bedingungslos für das "Dritte Reich" und Hitler zu kämpfen. Hitler verlangte "fanatischen Widerstand" selbst in völlig aussichtsloser Situation. Und die Mehrheit der deutschen Soldaten folgte ihm. Folgte ihm bis in den Untergang. Bis zuletzt glaubten viele an die sogenannten "Wunderwaffen" - Düsenjäger und Raketen. Auch viele deutsche Zivilisten klammerten sich an diese Hoffnung. Wunder-"Gläubigkeit" ist konstitutiv für die nationalsozialistische Mentalität und wird von einer großen Anzahl der "Volksgenossen" verinnerlicht. Es sind vor allem die ganz Jungen, die nach wie vor vorbehaltlos bereit sind, sich zur Not selbst für ihren "Führer" zu opfern: Folge einer totalitären Erziehung, die ganz offen darauf angelegt war, aus Kindern und Jugendlichen Kampfmaschinen zu machen. Dies gilt in besonderem Maße für Angehörige der SS: Sie sind durchdrungen von einem rassistischen Überlegenheitsgefühl, das völlige Rücksichtslosigkeit gegen "Minderwertige" rechtfertigen soll. Dazu kommt die fast schon pathologische Vorstellung, Träger einer historischen Mission der "Vorsehung" zu sein. Ein junger ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS erzählt Padover - nicht ohne Stolz - von Erschießungen. Was hat Männer wie ihn zu hemmungslosen Tätern gemacht? Saul Padover staunt auch darüber, wie gut gekleidet und genährt die Deutschen noch Anfang 1945 sind. Das ist kein Zufall. Dieser Krieg war von deutscher Seite von Anfang an auch ein Raubkrieg: Systematisch ließ die nationalsozialistische Führung die besetzten Gebiete, vor allem im Osten, ausplündern, um die Versorgung der deutschen Bevölkerung sicherzustellen. Padover sieht von den Alliierten verheerte Städte - verblüfft stellt er fest, dass die Post immer noch einigermaßen pünktlich zugestellt wird, Bahnen fahren und die Menschen zur Arbeit gehen. Der deutschen Bürokratie, dem deutschen Ordnungssinn und der allgemeinen Loyalität zum "Führer" hatte selbst die immer weiter fortschreitende Zerstörung der deutschen Städte nichts anhaben können. Kein "Widerstand" weit und breit. Im Gegenteil: Die Hitler-Attentäter des 20. Juli 1944 galten den meisten Deutschen als Verräter. Auf der Grundlage neuester Forschungsergebnisse stellt der Film zahlreiche traditionelle Einschätzungen auf den Prüfstand und liefert Antworten auf Fragen, die noch immer bewegen: Was wussten die Deutschen von der systematischen Ausplünderung der besetzten Gebiete, von den Millionen Verhungerten und Erschossenen, vom Holocaust? Wie viele von ihnen waren in die Verbrechen involviert? Welche Bedeutung hatte die Bindung an Eid und Befehl? Wie viel Eigeninitiative legten die Täter an den Tag?


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