Die Talsperren im Bergischen Land
Info, Architektur • 24.11.2022 • 21:00 - 21:45
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Die Talsperren im Bergischen Land
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Info, Architektur

Die Talsperren im Bergischen Land

Das Bergische Land ist für Talsperren wie geschaffen. Denn nirgendwo in Deutschland regnet es so viel wie dort. Der Regen sorgt für einen großen Wasserreichtum. Rund 2.000 Bäche und Flüsse durchziehen die Region - allen voran die Wupper. Bereits vor über 130 Jahren begannen die Menschen, Talsperren zu errichten- vor allem zum Hochwasserschutz und als Trinkwasserreservoir. Mit insgesamt 21 hält das Bergische Land deutschlandweit den Rekord - ihre Fläche nimmt etwa zwei Prozent der Region ein. Eine der Kleinsten ist die Panzertalsperre mit einer Fläche von gerade mal viereinhalb Fußballfeldern, als Größte umfasst die Dhünntalsperre 660 Fußballfelder, gefolgt von der gerade mal halb so großen Wuppertalsperre. Sie ist die einzige, die die Wupper direkt in ihrem Lauf unterbricht. Alle anderen im Einzugsbereich des längsten Flusses der Region liegen an dessen Nebenflüssen, beginnend mit Brucher- und Lingesetalsperre am Oberlauf und endend mit der Dhünntalsperre kurz vor Mündung in den Rhein. Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie verändern den Charakter eines Flusses enorm. Aus einem Fließgewässer wird streckenweise ein Standgewässer. Als Folge haben sich dort völlig andere Lebensgemeinschaften entwickelt: Wo einst die Wasseramsel nach Insektenlarven tauchte, fischen nun Kormoran und Graureiher, tummeln sich Schwäne und Blessrallen. Wer sein Nest auf dem Wasser anlegt, hat allerdings mit ständig wechselnden Wasserständen zu kämpfen - und so geht manche Brut "baden". Wanderfische wie Lachs und Meerforelle schaffen es nicht über die Staumauern zu ihren Laichgründen zu gelangen - es sei denn, sie bekommen Starthilfe wie durch die Brutanlage bei Beyenburg. Und dem allgegenwärtigen Hecht ist es - wie vielen anderen Fischen - am Grund der Stauseen zu kalt, und er kommt gelegentlich zu spät in Laichstimmung. In den letzten Sommern kamen noch größere Herausforderungen hinzu: die Auswirkungen des Klimawandels. Fielen die Ufer der Talsperren im Jahr 2020 weit über das übliche Maß hinaus trocken, zerstörten die Fluten von Wupper, Dhünn und ihren Nebenflüssen im Sommer 2021 das Hab und Gut zahlreicher Anwohner im Bergischen- kaum jemand hatte schon einmal eine Flut dieses Ausmaßes erlebt. Die Talsperren konnten dabei mancherorts vor noch schlimmeren Schäden schützen. In kleinerem Umfang betreibt auch ein ganz anderer Staumeister Hohewasserschutz. Der Biber, 2017 ins Bergische zurückgekehrt, staut kleinere Gewässer auf, um den Eingang seiner Burg immer unter Wasser zu halten. Dadurch verteilt sich das Wasser in die Breite und fließt deutlich langsamer ab. Die Wassermassen der Wupper rissen jedoch auch ihm die halbe Burg hinweg - und seine vier Jungen wurden danach nicht mehr gesehen. Haben sie die Flut nicht überlebt? Nicht jeder kommt mit dem ständigen Wandel der Talsperren zurecht. Doch inzwischen sind sie bei vielen sehr beliebt: bei uns Menschen ebenso wie bei etlichen Tieren. Wasserwirtschaftliche, touristische und ökologische Ansprüche möglichst gut zu vereinen, ist ein lohnendes Ziel. Denn seine Talsperren zählen zu dem Wertvollsten, was das Bergische Land zu bieten hat.

top stars
Das beste aus dem magazin
Sonja Gerhardt als Lisa Scheel
Star-News

Sonja Gerhardt: "Ich finde Filme, die auf wahren Begebenheiten beruhen, toll"

Sonja Gerhardt spielt die junge Ärztin Lisa Scheel, die sich als eine der ersten Frauen auf dem Gebiet der Chirurgie durchsetzen möchte. Der Spielfilm beruht auf wahren Begebenheiten.
Annekathrin Schrödl ist Apothekerin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Berlin.
Gesundheit

So wichtig ist der Beipackzettel

Mit ein paar Tipps ist es gar nicht schwer, die hilfreichen Informationen für eine sichere Anwendung zu finden und sich beispielsweise nicht von den vielen Angaben zu Nebenwirkungen verunsichern zu lassen.
Janina Fautz in "Auris".
HALLO!

Janina Fautz: "Ausgedachte Fälle sind mir lieber"

Ab dem 13. Dezember sind bei RTL+ die Krimis "Auris – Der Fall Hegel" und "Auris – Die Frequenz des Todes" zu sehen. Janina Fautz spielt darin eine True-Crime-Podcasterin.
Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt
Nächste Ausfahrt

Weihnachtsdorf in Rothenburg ob der Tauber

Wer noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung ist, sollte über einen Besuch in Rothenburg ob der Tauber nachdenken. Denn hier könnte sich das ganz schnell ändern. Der Grund: Am Marktplatz befindet sich das Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt.
Dr. med. Lutz Lindner, DEAA, ist Facharzt für Anästhesie an der Cambomed Klinik, Kempten.
Gesundheit

Keine Angst vor der Narkose

Die Anästhesie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Zum einen sind sehr gut verträgliche und kreislaufschonende Medikamente entwickelt worden.
Stefanie Stappenbeck und Wanja Mues spielen die Hauptrollen in der neuen NDR Serie "Retoure".
HALLO!

"Es ist schwieriger, Leute zum Lachen als zum Mitfühlen zu bewegen"

Ein Turbokapitalist aus dem Westen plant ein verschlafenes Retouren-Center in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Global Player umzubauen. Er hat dabei nicht mit der taffen Chefin und ihrer Brigade gerechnet. In der neuen Serie "Retoure" spielt Stefanie Stappenbeck die Hauptrolle. Wir haben mit ihr gesprochen.