Ihre Welt ist zusammengebrochen, denn ihr Arbeitgeber ist pleite. Wie geht es Menschen, die nicht wissen, wie es weitergeht, die fürchten, vor dem Nichts zu stehen? Der Reiseverkehrskaufmann Peter aus Oberursel im Taunus ist 53 Jahre alt. Er war wegen der Arbeit bei Thomas Cook vor zehn Jahren nach Hessen gekommen. Die Kollegen sind wie eine Familie. Rund tausend sind auf einen Schlag arbeitslos geworden und auf Jobsuche in der kleinen Tourismus-Branche. Wird er einen neuen Job finden? Andere haben mehr Glück, ihr Geschäftsbereich ist übernommen worden, so hat etwa Neckermann Reisen einen neuen Eigentümer. Was passiert, wenn das älteste Reiseunternehmen der Welt verschwindet? Viele Reiseziele haben von Thomas-Cook-Kunden gelebt, so auch auf den Kanarischen Inseln. Dort herrscht Krisenstimmung, weil seit der Pleite von Thomas Cook nicht mehr so viele Flieger auf den Inseln landen: Die Strände bleiben in der laufenden Saison leer, Touristen fehlen. Beschäftigte zittern um ihren Arbeitsplatz. Die Buchhalterin Yolanda auf Teneriffa kommt noch jeden Tag zur Arbeit, obwohl sie seit Monaten keinen Lohn erhalten hat. Wenige schaffen es, die Krise gut zu überstehen, wie etwa der aus Rüdesheim stammende Hotelier Roland Christ auf Gran Canaria. Im Massentourismusort Maspalomas führt er seit 45 Jahren erfolgreich ein Familienhotel – ohne Bindung an die großen Reiseveranstalter. Im Gegensatz zu vielen Hoteliers auf den Kanaren hat er sich nie von Thomas Cook oder anderen einzelnen Auftraggebern abhängig gemacht.