Die Tricks der Lebensmittelindustrie

  • Produktentwickler Sebastian Lege verrät, wie man mit heißer Luft den Profit steigern, aus Holz Vanillearoma zaubern und mit Laserstrahlen Verpackungsmüll einsparen kann. Vergrößern
    Produktentwickler Sebastian Lege verrät, wie man mit heißer Luft den Profit steigern, aus Holz Vanillearoma zaubern und mit Laserstrahlen Verpackungsmüll einsparen kann.
    Fotoquelle: ZDF/Willi Weber
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    Fotoquelle: ZDF/Willi Weber
Report, Wirtschaft und Konsum
Die Tricks der Lebensmittelindustrie

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ZDFinfo
Mi., 04.07.
08:00 - 08:45
Fertiggerichte, Pausensnacks & Co.


Sebastian Lege lüftet die Geheimnisse, die hinter herzhaften Speisen, vollmundigen Weinen und knusprigen Snacks stecken. Manch cleverer Industrie-Trick schont sogar die Umwelt. Wenn Gemüse mit Laserstrahlen beschossen und Vanille-Aroma aus Holzabfall erzeugt wird, klingt das beängstigend. Doch wenn Hersteller auf Glutamat verzichten, freuen wir uns. Wo ist Misstrauen tatsächlich angebracht, und wo können wir noch bedenkenlos zugreifen? Der Wettbewerb im Supermarktregal tobt gnadenlos. Im Kampf um den Kunden ist den Lebensmittelherstellern jedes legale Mittel recht. Die Folge sind immer neue Hightech-Produkte und -Produktionsverfahren. Traditionell hergestellte, hochwertige Lebensmittel gibt es zwar nach wie vor zu kaufen, doch nicht zum Niedrigpreis der Massenware, mit der die Industrie ihre Kundschaft ködert. Ein Barrique-Wein für vier Euro oder Bourbon-Vanille-Creme für Centbeträge? Eigentlich unmöglich. Doch dank ausgefuchster Lebensmitteltechniker lässt sich der aromatische Geschmack alter Eichenfässer oder tropischer Vanilleschoten auch preiswert aus einer heimischen, natürlichen Zutat erzeugen: Holz. Das zumindest versprechen die Hersteller - und Branchen-Insider Sebastian Lege demonstriert, welche Verfahren eingesetzt werden. Aber bestehen die Fake-Aromen auch den "ZDFzeit"-Geschmackstest? Und sind solche billigen Ersatzverfahren gesundheitlich unbedenklich? Sebastian Lege testet und kommt zu teilweise verblüffenden Ergebnissen - denn industriell hergestelltes Raucharoma birgt sogar weniger Risiken als das traditionelle Räuchern. Gerade wenn es um Zutaten aus dem Chemiebaukasten geht, ist das Misstrauen der Verbraucher gegenüber der Industrie groß - und oft auch berechtigt. Künstliche Geschmacksverstärker lehnen die meisten Kunden heutzutage ab, vor allem Glutamat gilt inzwischen als absolutes No-Go. Stattdessen preisen die Hersteller immer mehr Produkte "ohne künstliche Geschmacksverstärker" an, auf der Zutatenliste taucht nun "Hefe-Extrakt" auf. Was kaum jemand weiß: Die Substanz Glutamat kommt ganz natürlich in vielen Lebensmitteln vor, ist viel weniger schädlich, als viele vermuten - und steckt vor allem in besagtem Hefe-Extrakt. Ganz legal darf die Industrie ihren kritischen Kunden so Glutamat unterjubeln - als Bestandteil einer vermeintlich natürlichen Zutat. Wie leicht man Hefe-Extrakt herstellen - und damit den Geschmackssinn täuschen kann - demonstriert Sebastian Lege mit einfachsten Mitteln. Und er lüftet das Geheimnis eines scheinbaren Phänomens: Wer aufmerksam die Eierscheiben auf fertig belegten Brötchen oder auf Salaten in Kantine und Gaststätte betrachtet, dem fällt vielleicht auf, dass sämtliche Scheiben gleich sind, es gibt keine Endstücke. Welcher Industrie-Trick steckt dahinter? Verpackungen und unnötige Aufkleber oder Anhänge-Etiketten an Obst oder Gemüse sind vielen Verbrauchern ein Dorn im Auge - vor allem bei Bio-Produkten. Ein neuartiges Verfahren soll nun ohne Plastik und Klebstoff auskommen, indem es das Bio-Label direkt auf die Kartoffeln oder Zucchini druckt - und das ohne Druckfarbe. Laserstrahlen machen's möglich. Und Sebastian Lege lässt es auch wieder richtig krachen: Mit einer selbst gebauten "Puffkanone" demonstriert er, wie aus steinharten Reiskörnern lecker-poppiger Puffreis wird - und wie die Industrie sich diesen Puff-Trick zunutze macht, um mit heißer Luft auch den Profit ordentlich aufzublasen.


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