Die Wahrheit über Pelz

Einer von 1000 Verkäufern, hier mit Fuchsfellen, auf Chinas größtem Fellmarkt in Chongfu Town. Vergrößern
Einer von 1000 Verkäufern, hier mit Fuchsfellen, auf Chinas größtem Fellmarkt in Chongfu Town.
Fotoquelle: HR/NDR/Loupe Filmproduktion
Report, Dokumentation
Die Wahrheit über Pelz

HR
Do., 15.02.
23:15 - 00:00


Noch vor fünf Jahren war es tabu, Pelz zu tragen. Heute ist Fell wieder angesagt. Alt und Jung tragen Pelze von Kojoten, Marderhund, Fuchs, Nerz oder Kaninchen. Nirgendwo profitiert die Wirtschaft so sehr von der Pelzmode wie in Europa und in China, und das, obwohl Meinungsumfragen zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen Echtpelz immer noch ablehnt. Wie passt das zusammen? Der Grund für den neuen Boom der Fellindustrie sind Fellbesätze. Mehr als siebzig Prozent des Pelzumsatzes in Deutschland sind Fellaccessoires aus China. Pelzkragen, Bommel oder Schuhfutter werden von den Konsumenten in Deutschland als "kleineres Übel" angesehen, sozusagen als Abfallprodukt. Aber das ist falsch. Für Fellbesätze werden jedes Jahr Millionen Marderhunde, Kaninchen und Füchse aufgezogen und getötet. Obwohl Pelze von den Herstellern gern als "natürliches Material" bezeichnet werden, sind sowohl die Haltung der Tiere als auch die Verarbeitung der Felle in China erschreckend. Bei den Besuchen in Gerbereien in der Nähe von Shanghai dokumentierte die Filmautorin Antonia Coenen, mit welchen Chemikalien die Pelze verarbeitet werden: Gift, das am Ende auch dem Kunden schaden kann - als Gefahr im Mantelkragen. Das kann der Konsument nicht wissen, denn nach der deutschen Textilkennzeichnungspflicht müssen weder das Tier noch die Herkunft ausgewiesen sein. Viele Etiketten enthalten gar keine Informationen darüber, welches Fell verwendet wurde. Die Folge: Oft denken die Kunden, sie trügen Kunstfell - eine Verbrauchertäuschung, die sich nicht zuletzt auch negativ auf die Gesundheit der Käufer auswirken kann. Antonia Coenen untersucht die internationale Produktion von Echtpelzbesatz, besucht die größte Fellmesse in Kopenhagen, schaut sich die weltweite Pelzproduktion an und ist vor Ort in Gerbereien und Fellfabriken Chinas, die für deutsche Firmen arbeiten. Am Ende ist die Wahrheit über Pelz viel mehr als nur eine Tierschutzfrage. Es geht um Verbraucherschutz, Arbeitsschutz und, nicht zuletzt, auch um die Gesundheit.


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