Die Welt der Ritter

  • Das Turnier ist zu Ende: Kaiser Maximilian bleibt unbesiegt. Vergrößern
    Das Turnier ist zu Ende: Kaiser Maximilian bleibt unbesiegt.
    Fotoquelle: © ZDF/Jiri Skupien
  • Ritter ohne Furcht und Tadel: Bei den höfischen Turnieren konnte man nicht nur Ruhm, Ehre und die Gunst seiner Dame gewinnen, sondern auch seinen Lebensunterhalt bestreiten. Vergrößern
    Ritter ohne Furcht und Tadel: Bei den höfischen Turnieren konnte man nicht nur Ruhm, Ehre und die Gunst seiner Dame gewinnen, sondern auch seinen Lebensunterhalt bestreiten.
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  • Die Generäle Maximilians verstehen die Welt nicht mehr. Kanonen und Landsknechte sollen den Krieg entscheiden, die Ritter haben ausgedient? Vergrößern
    Die Generäle Maximilians verstehen die Welt nicht mehr. Kanonen und Landsknechte sollen den Krieg entscheiden, die Ritter haben ausgedient?
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    Kaiser Maximilian erläutert seinen Getreuen die neue Art der Kriegsführung
    Fotoquelle: © SRF/ZDF
Info, Geschichte
Die Welt der Ritter

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2014
ZDFinfo
Mo., 11.11.
08:05 - 08:50
Folge 3, Die Letzten ihrer Art


Götz von Berlichingen gilt als Räuber, bestenfalls als Raubritter, der seinen Lebensunterhalt durch Fehde und Überfälle bestritt. Und doch ist er einer der letzten echten Ritter. Er verhält sich gar nicht viel anders als seine Standesgenossen in den Jahrhunderten zuvor, aber die Welt der Ritter hatte sich im 16. Jahrhundert verändert. Sein Handeln passt nicht in die neue Zeit, und er wird immer wieder mit Strafen belegt. Auch Kaiser Maximilian, der sich selbst als "den letzten Ritter" bezeichnete, knüpfte an ritterliche Traditionen an - zumindest auf dem Hobbysektor. Er veranstaltete glanzvolle Turniere und versuchte sich sogar als Dichter von Ritterromanen. Im Alltag jedoch war Maximilian kein mittelalterlicher Ritter mehr, sondern ein moderner Fürst. In der Kriegsführung setzte er auf ein Heer aus Landsknechten, denn Ritter von Stand waren ihm viel zu teuer und nicht effektiv genug. Außerdem begeisterte er sich sehr für moderne Technologie und entwarf sogar selbst Kanonen. Seine Kavallerie bestand längst nicht mehr nur aus Rittern. Wer ein guter Kämpfer war, durfte in der Reiterei bleiben, ansonsten ersetzten nichtadlige Berufskrieger den Ritter von Stand. 1000 Jahre lang beherrschten die Ritter das Kriegsgeschehen, aber mit Maximilian ging das Zeitalter der "Männer in Eisen" zu Ende. Götz beruft sich zwar noch auf die "alten ritterlichen Rechte und Pflichten seines Standes" und behauptet: "Wo immer Unrecht ist, nehme ich mich der Sache an." Tatsächlich verhalf er seinen Hintersassen zu Recht, trieb Buß- und Strafgelder ein und sorgte für Schadensersatz. Sogar mit der reichen Stadt Nürnberg, mit Bischöfen und Fürsten legte er sich an - natürlich immer gegen eine entsprechende Beteiligung. Was aus mittelalterlicher Sicht das Recht des Ritters war, wurde zu Beginn der Neuzeit zum kriminellen Delikt. Maximilian dagegen war gewissermaßen der erste "Freizeitritter" der Geschichte und nahm damit alle modernen Ritter-Events und Onlinespiele vorweg. Tatsächlich waren seine Turniere vor allem eine großartige Show, ein sportliches Großereignis, das die Besucher aus ganz Europa anlockte. Und so ein Ritter-Grand-Prix des Mittelalters war mindestens genauso gefährlich wie moderne Autorennen. Immer wieder stürzten Ritter bei diesem "Extremsport" zu Tode oder wurden von splitternden Lanzen verletzt. Was im Detail passiert, wenn zwei Ritter aufeinandertreffen, zeigt "Terra X" in einem Experiment in der Crashtest-Anlage eines Automobilherstellers. So mancher Helm, der eigentlich schützen sollte, führte im Turnier zum Genickbruch. Wer es sich leisten konnte, ließ eine Genickstütze an Helm und Panzer schrauben - auch eine Erfindung des Mittelalters.


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