Lassen sich enorme Popularität und künstlerische Authentizität verbinden? Die Alternative-Rock-Band Radiohead beantwortet die Frage mit einem klaren Ja. Der Filmemacher Benjamin Clavel würdigt die Band nun mit einem feinsinnigen Porträt.

In Zeiten, in denen der Radiomainstream von einfachen Melodien und simplen, oft plattitüdenhaften Texten beherrscht wird, setzt die Musik von Radiohead einen Kontrapunkt. Ihren Stil hat die Band seit ihrer Gründung 1985 beständig verändert. Jedes der bislang neun Studioalben behandelte andere Motive, jeder Song stellte auf seine Art eine Herausforderung für den Zuhörer dar. Auch die Texte von Frontmann Thom Yorke und seinen vier Mitstreitern zeigen sich vielseitig – mal gesellschaftskritisch, mal philosophisch. Mit Songs wie "Kid A" oder "Hail To The Thief" machten sie selbst vor prägenden Gestalten der Zeitgeschichte keinen Halt und bewiesen so ihren Status als Seismografen der Zeit.

Der französische Filmemacher Benjamin Clavel unternimmt in seiner Dokumentation "Die Welt wie sie Radiohead sieht" einen Versuch, die Ideologie und die Mechanismen der weltweit erfolgreichen Band zu entschlüsseln. Spannend dabei ist neben den Einblicken in das Innenleben der Band auch der stetige Konflikt zwischen Weltstar-Status und Zurückhaltung, sowie zwischen massentauglichem Pop-Rock und musikalischen Experimenten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst