1788, am Vorabend der französischen Revolution, lernt der aufrührerische junge Dichter Friedrich Schiller in Weimar die beiden aus verarmtem thüringischem Adel stammenden Lengefeld-Schwestern Charlotte und Caroline kennen. Während Caroline bereits verheiratet ist, wartet ihre schüchterne Schwester Charlotte am Hof ihrer Patentante Frau von Stein, wo sie in die feine Gesellschaft eingeführt wird, auf eine standesgemässe und gutbetuchte Partie. Schiller und Caroline treffen sich ein erstes Mal unter ihrem Fenster, wo er sie nach dem Weg fragt. Die gegenseitige Anziehung ist unmittelbar, doch der Dichter, dem nach seinem Drama «Die Räuber» bereits sein Ruf als Skandalautor vorauseilt, kommt als Heiratskandidat nicht infrage; zu bescheiden die Verhältnisse, aus denen er kommt, zu ungewiss seine Zukunft. Auch Schwester Caroline, die bereits eine Vernunftehe eingegangen ist, um nach dem Tod des Vaters den Lebensstandard von Mutter Louise sichern zu helfen, ist vom jungen Mann sehr eingenommen und lädt ihn schliesslich ein, die Familie in Rudolstadt zu besuchen. Als er im Sommer 1788 auf dem Sitz der Lengefeld eintrifft, sprühen die Funken zwischen dem Dichter und den Schwestern. Charlotte und Caroline haben sich einst geschworen, alles zu teilen, und nun teilen sie auch Schiller. Das Trio schliesst einen Geheimpakt und will den Traum von der glücklichen Liebe zu dritt Wirklichkeit werden lassen. Die Handlung von «Die geliebten Schwestern» entfaltet sich zwischen den Jahren 1787 bis 1802. Eine zentrale Phase in den Leben von Friedrich Schiller, seiner späteren Frau Charlotte von Lengenfeld und ihrer damals schon verheirateten Schwester Caroline von Beulwitz. Auf Grundlage eines einzigen erhaltenen Briefes von Schiller an Caroline aus dem Jahr 1788, in dem der Dichter schreibt, er werde versuchen, sie in dieser Nacht noch aufzusuchen, imaginierte sich Regisseur und Autor Dominik Graf eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung, die es so zwar nicht gegeben haben mag, die aber gleichzeitig symptomatisch steht für eine Zeit, in der die gesellschaftlichen Verhältnisse ins Wanken gerieten.