In den Katakomben von Tuna el Gebel stoßen Zooarchäologe Joris Peters und sein Team auf Millionen Mumien von Ibissen, Falken und Pavianen. Ein kleiner gebogener Knochen aus einem Mumienbündel bringt Licht in die Geschichte: Vor mehr als 2.000 Jahren wurde ein Affe in einer Tempelnische gehalten, ohne Licht und nur unzureichend ernährt. Ort des Geschehens: Ägypten, das Land der Pharaonen. Für den belgischen Zooarchäologen Joris Peters von der Universität München will das so gar nicht in das Bild der Hochkultur am Nil passen. Keine andere antike Kultur hatte eine so facettenreiche und intensive Beziehung zur Tierwelt wie die der alten Ägypter. In den Katakomben von Tuna el Gebel in Mittelägypten stoßen Joris Peters und sein Team auf Millionen Mumien von Ibissen, Falken und Pavianen. Alles deutet darauf hin, dass sich hier in den späten Jahrhunderten des Ägyptischen Reiches eine regelrechte Mumienindustrie entwickelt hat. Wurden die Tiere gequält, womöglich sogar getötet - im Dienste der Priester? In den engen, einsturzgefährdeten Gängen von Tuna el-Gebel suchen die Wissenschaftler nach Antworten.