"Das Recht, ein Kind abtreiben zu lassen, ein Schwangerschaftsabbruch, stand mir zu, es hat auch keiner versucht, mich umzustimmen." Als Margitta Zellmer ihre Schwangerschaft beenden ließ, galt für sie DDR-Recht. Von 1972 an konnten Frauen in der DDR bis zur 12. Schwangerschaftswoche ohne Strafe abtreiben. Eine Regelung, die politisch akzeptiert, gesellschaftlich nicht in Frage gestellt wurde. Nur die Kirchen kritisierten dieses Recht. Der evangelische Christ Wolfgang Böhmer, damals Gynäkologe und später Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, war einer der Kritiker. Er kämpfte dafür, dass das liberale DDR-Abtreibungsrecht nicht in die gesamtdeutsche Gesetzgebung übernommen, sondern verschärft wurde. Nach langen, schwierigen Debatten fand der Bundestag 1992 einen Kompromiss: Danach ist ein Schwangerschaftsabbruch bis zur zwölften Woche rechtswidrig, unter bestimmten Voraussetzungen jedoch straffrei. Jedes Jahr entschließen sich in Deutschland ca. 100.000 Frauen, ihre Schwangerschaft abzubrechen. Gesprochen wird darüber selten. Die betroffenen Frauen schweigen aus Trauer und Scham und aus Angst an den Pranger gestellt zu werden. Kaum ein anderes Thema wird so emotional diskutiert. Im Film erzählen zwei Frauen die Geschichte der schwersten Entscheidung ihres Lebens.