Ljoscha, der Postbote, spielt eine wichtige Rolle für die Anwohner rund um den Kenosero-See. Mit seinem Motorboot versorgt er sie mit Briefen, Zeitungen und Nahrungsmitteln. Aber er nimmt auch eine wichtige soziale Rolle ein. Für viele der Menschen ist er eine Bezugsperson. Er achtet auf den alten Vitia, damit dieser nicht zu viel trinkt, und nimmt sich des kleinen Timur an, um ihn ein wenig zu beschäftigen. Das Leben um den Kenosero-See ist ein sehr langsames, auch einfaches. Ablenkung bieten lediglich Radio und Fernsehen, Zigaretten oder Alkohol. Eine Sucht, der Ljoscha abgeschworen hat. Er ist seit zwei Jahren trocken. Auch einsam ist das Leben, das gezeigt wird; die verschiedenen Menschen können sich in ihrer Einsamkeit zwar gelegentlich Halt geben, diese aber niemals überwinden. Der Film legt es keineswegs darauf an, die Lebensumstände in dieser ländlichen Gegend zu bemitleiden, sie etwa anzuprangern, vielmehr wird die Essenz des Lebens mit all seinen Schwierigkeiten in diesem reduzierten Dekor sichtbar. Ljoscha und die anderen stellen ihr Leben nicht infrage, und doch fühlen sie sich unglücklich und einsam. Ljoscha ist unruhig, etwas scheint nicht zu stimmen: Immer wieder sieht er in der Nacht eine Katze, die sich manchmal auf seinen Bauch legt, ihn ein anderes Mal nur ansieht. Sind das Halluzinationen? Als eines Tages der Motor von Ljoschas Boot geklaut wird, ist die Verbindung zur Außenwelt erst einmal gekappt. Ljoscha fährt in die nächste Stadt, um einen neuen Motor zu besorgen. Gemeinsam mit dem kleinen Timur streift er durch Einkaufszentren, besucht seine Schwester und sogar eine Raketenforschungsstation. Der technische Fortschritt in der Stadt steht in starkem Kontrast zum naturverbundenen Leben auf dem Land.