Auf der ganzen Welt sammeln Anwälte, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten mit Hilfe von Betroffenen Beweise für Menschenrechtsverletzungen - sie sehen, was sich ereignet. Mit kleinen mobilen Geräten filmen und fotografieren sie, was ihnen gerade passiert. Sie werden zu digitalen Zeugen. Internationale Ermittler nutzen Internet-Ortung, Satellitenbilder und diverse forensische Methoden, um die Flut der Bilder zu analysieren, zu verifizieren und mit weiteren Belegen zu stützen. Die kriminologischen Untersuchungen sollen Beweise für die Strafverfolgung sammeln. Der Film "Digitale Ermittler" dokumentiert, wie neue technologische Entwicklungen helfen, Menschenrechtsverletzungen zur Anklage zu bringen. In den Konflikt- und Krisengebieten der Welt werden diese innovativen Ansätze und Technologien mittlerweile erfolgreich angewandt. Die Chefanklägerin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Fatou Bensouda, hat beispielsweise im Prozess gegen den Islamistenführer Al Mahdi erstmals ein interaktives Visualisierungstool erfolgreich eingesetzt. Al Mahdi wurde für die Zerstörung von Kulturstätten in Mali 2016 verurteilt. Die Organisation Euromaidan SOS durchforstet das Netz nach YouTube-Videos, Tweets und Webcambildern, welche die Entwicklung des Konflikts in der Ukraine abbilden. Sie überprüfen die Echtheit der Informationen direkt vor Ort. Nach fast einem halben Jahrhundert Bürgerkrieg in Kolumbien, werden noch immer zigtausende Menschen vermisst. Die Menschenrechtsorganisation Equitas sucht mit Hilfe von Angehörigen in abgelegenen Regionen nach den Verschollenen. Satellitenbilder, 3D-Mapping und Algorithmen geben der aussichtslos erscheinenden Suche neue Impulse. Mit einem 3D-Modell der Stadt Rapha, rekonstruiert Forensic Architecture den schwärzesten Tag des letzten Gaza-Krieges 2014. Darin verorten sie Fotos und Videos, um die Geschehnisse kombiniert mit Zeugenaussagen Betroffener detailgetreu nachzubilden. Nur mit einer Handykamera ausgestattet, können Zivilisten heute ihre Rechte einfordern. Die Vernetzung über soziale Netzwerke, macht die ganze Welt zu Zeugen - auch von Kriegsverbrechen. Die Überwachung von unten, "Sousveillance", ist die stärkste Waffe gegen jene, die ihre Macht missbrauchen.