Diplomatie im Mauerschatten

Report, Geschichte
Diplomatie im Mauerschatten

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Produktionsdatum
2005
tagesschau24
Sa., 30.06.
21:45 - 22:30
Bonns Filiale in Ostberlin


'Botschaft' konnte und durfte man nicht sagen: Da war das Grundgesetzt vor - mit seinem Wiedervereinigungsverbot. Aber mit dem Grundlagenvertrag von 1973 wollte Bonn das innerdeutsche Verhältnis regeln. Dafür brauchte man eine diplomatische Vertretung und taufte sie auf den bürokratischen, aber unanstö ßigen Begriff 'Ständige Vertretung'. Seit 1974 währte dieses Unikum. Genau 5.997 Tage. Dann war Schluß - am 03. Oktober 1990, dem Tag der Deutschen Einheit. In den 90er Jahren avancierte die Ständige Vertretung zur Fluchtburg für DDR-Bürger, die sich, oft unter dramatischen Umständen, Zugang verschafften, um von dort ihren ungeliebten Staat zu verlassen. Mehrfach musste die 'StäV' wegen Überfüllung schließen. Eine bundesdeutsche Exklave auf DDR-Gebiet, die nebenbei auch zu einem inoffiziellen Kulturzentrum und einer Begegnungsstätte zwischen Ost und West wird: für Literaten, Staatskünstler, Dissidenten und Funktionäre. In Äußerungen von Zeitzeugen aus Ost und West werden Alltag und Geschichte der 'StäV' wieder lebendig. Egon Bahr schildert den Weg, der mitten im Kalten Krieg zum Kommunikationsmedium 'StäV' führte. Ein unbekanntes Interview mit Günter Gaus, dem ersten Leiter, und Gespräche mit den Nachfolgern Klaus Bölling, Hans-Otto Bräutigam und Franz Bertele machen die diplomatische Gratwanderung dieser Institution deutlich. Mitarbeiter wie Georg Girardet, seit der Wende Kulturreferent in Leipzig, kommen zu Wort - ebenso Botschaftsbesetzer und Vertreter der DDR-Kunstszene. Ein prominenter Mitarbeiter der Staatssicherheit schildert seine Kontakte zur 'StäV', der Anwalt Wolfgang Vogel seine Vermittlungsarbeit mit den DDR-Behörden, Ludwig Rehlinger vom Ministerium für innerdeutsche Beziehungen das Bonner Krisenmanagement. Ex-ARD-Korrespondent Peter Merseburger thematisiert die Selbstzensur der Westmedien zugunsten des deutsch-deutschen Dialogs, und der Historiker Hubertus Knabe kritisiert an der 'StäV' politische Blauäugigkeit und mangelnde Distanz zum SED-Regime.


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