Es war im September 1940. Der junge, katholische Priester Hermann Scheipers will mit polnischen Zwangsarbeitern die Messe feiern. In den Augen der Gestapo ein Verbrechen. Scheipers wird inhaftiert und ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. Er erleidet einen Schwächeanfall, kann nicht mehr arbeiten. Das kommt einem Todesurteil gleich. Seine Zwillingsschwester Anna ist verzweifelt und handelt. Die junge Frau fährt nach Berlin und wagt sich in die Höhle des Löwen. Beim Reichssicherheitshauptamt behauptet sie: wenn Herman Scheipers in Dachau umkäme, würden die Katholiken im Münsterland das nicht einfach hinnehmen. Mit diesem Bluff rettet sie nicht nur ihrem Bruder, sondern noch hundert anderen Geistlichen das Leben. Das Todesurteil ist zwar abgewendet, das Leiden hinter Stacheldraht geht weiter. Anna verkleidet sich als die Ehefrau eines Heizers und besucht ihn heimlich im Lager. Scheipers überlebt Dachau. Auf dem Todesmarsch gelingt ihm schließlich unter dramatischen Umständen die Flucht. Nach dem Krieg übernimmt Scheipers eine Gemeinde in Sachsen. Seine Schwester hat im Münsterland eine Familie gegründet. Auch im Sozialismus eckt der Pfarrer an, bekommt Schwierigkeiten mit der Stasi. Und auch in dieser Zeit ist es seine Schwester, die sich von Grenzkontrollen und Autoritäten nicht beeindrucken lässt und ihm aus der Ferne zur Seite steht. Die Geschichte der Geschwister Scheipers erzählt vom Mut zum Widerstand und dem Einfallsreichtum der Liebe.