Drama im ewigen Eis

  • Mit hochentwickelten Sonargeräten tasten Wissenschaftler zentimeterweise den Meeresboden ab. Wochenlang waren sie im Polarmeer unterwegs, um nach den verschollenen Wracks der Franklin-Expedition zu fahnden. Vergrößern
    Mit hochentwickelten Sonargeräten tasten Wissenschaftler zentimeterweise den Meeresboden ab. Wochenlang waren sie im Polarmeer unterwegs, um nach den verschollenen Wracks der Franklin-Expedition zu fahnden.
    Fotoquelle: ZDF/Lions TV & AllMediaInt.
  • Spielszenen verdeutlichen, unter welchen katastrophalen Bedingungen die Mannschaft der Franklin-Expedition versucht hatte, sich nach Süden durchzuschlagen. Die fatale Entscheidung von Kapitän Francis Crozier endete unter tragischen Umständen. Vergrößern
    Spielszenen verdeutlichen, unter welchen katastrophalen Bedingungen die Mannschaft der Franklin-Expedition versucht hatte, sich nach Süden durchzuschlagen. Die fatale Entscheidung von Kapitän Francis Crozier endete unter tragischen Umständen.
    Fotoquelle: ZDF/Lion TV & All3Media Int.
  • Die hungernde Mannschaft der Franklin-Expedition wurde mit Fleisch versorgt - von Inuit. Ihre Erzählungen wurden lange nicht ernst genommen. Heute helfen die Überlieferungen den Wissenschaftlern, das Schicksal der Mannschaft nachzuvollziehen. Eine Spielszene verdeutlicht die tragischen letzten Wochen der britischen Seemänner im Jahr 1848. Vergrößern
    Die hungernde Mannschaft der Franklin-Expedition wurde mit Fleisch versorgt - von Inuit. Ihre Erzählungen wurden lange nicht ernst genommen. Heute helfen die Überlieferungen den Wissenschaftlern, das Schicksal der Mannschaft nachzuvollziehen. Eine Spielszene verdeutlicht die tragischen letzten Wochen der britischen Seemänner im Jahr 1848.
    Fotoquelle: ZDF/Lion TV & All3 Media Int
  • Nach dem Tod des legendären Expeditionsleiters Sir John Franklin traf Kapitän Francis Crozier eine folgenschwere Entscheidung. Er befahl, die vom Eis eingeschlossenen Schiffe zu verlassen und mit den Überlebenden seiner Mannschaft einen Weg Richtung Süden zu finden. Eine Spielszene macht die Tragik dieser Situation deutlich. Vergrößern
    Nach dem Tod des legendären Expeditionsleiters Sir John Franklin traf Kapitän Francis Crozier eine folgenschwere Entscheidung. Er befahl, die vom Eis eingeschlossenen Schiffe zu verlassen und mit den Überlebenden seiner Mannschaft einen Weg Richtung Süden zu finden. Eine Spielszene macht die Tragik dieser Situation deutlich.
    Fotoquelle: ZDF/Lion TV & All3Media Int.
  • Der Eisbrecher "Sir Wilfried Laurier" ist eines der Schiffe, die an einer der bislang aufwändigsten Suchaktionen nach Franklins verschollenen Schiffen beteiligt waren. Bei diesem über mehrere Jahre angelegten Forschungsprojekt unter Federführung der kanadischen Regierung wurden rund 800 Quadratkilometer Meeresboden durchkämmt. Vergrößern
    Der Eisbrecher "Sir Wilfried Laurier" ist eines der Schiffe, die an einer der bislang aufwändigsten Suchaktionen nach Franklins verschollenen Schiffen beteiligt waren. Bei diesem über mehrere Jahre angelegten Forschungsprojekt unter Federführung der kanadischen Regierung wurden rund 800 Quadratkilometer Meeresboden durchkämmt.
    Fotoquelle: ZDF/Lion TV & All3Media Int.
Report, Dokumentation
Drama im ewigen Eis

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2016
ZDFneo
Do., 19.07.
03:40 - 04:25
Die verschollene Expedition des John Franklin


Im Jahr 1845 verschwinden 129 Männer und ihre beiden Schiffe in der Arktis. Sie suchen die Nordwestpassage und finden den Tod: das tragische Ende einer rätselhaften Expedition. Angeführt wird die Mannschaft von Sir John Franklin, einem britischen Konteradmiral und Abenteurer. Am 19. Mai 1845 sticht er in See, mit dem ambitionierten Ziel, der Erste zu sein, der einen Seeweg durch das Packeis vom Nordatlantik in den Nordpazifik findet. Franklin befehligt zwei Dreimaster mit herausragender Ausstattung, die "HMS Erebus" und die "HMS Terror". Der Proviant ist für eine Fahrt von mehreren Jahren bemessen. Franklin hat unter anderem fast 8000 Konserven geladen mit Fleisch, Suppe und Gemüse. Da es nicht seine erste Expedition ins ewige Eis ist, weiß Franklin, dass er eine enorme Herausforderung angenommen hat. Doch er will Geschichte schreiben und finden, wonach die britische Admiralität seit fast 300 Jahren fahndet: die Nordwestpassage, von der man sich zur damaligen Zeit einen strategischen Vorteil erhofft - und die den Seeweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik um viele Tausend Kilometer verkürzen würde. Der Expeditionstrupp kommt nicht voran, er muss zweimal überwintern. Die Vorräte würden ausreichen, aber wie Wissenschaftler heute vermuten, waren nicht wenige der Konserven verdorben. Dann folgt ein Sommer, der so kalt ist, dass die eingefrorenen Schiffe nicht mehr freikommen. Der darauf folgende, schnell einsetzende Winter ist der Anfang vom Ende. Der 61-jährige Franklin stirbt. Die verzweifelten Überlebenden seiner Mannschaft versuchen, zu Fuß über das Packeis weiterzukommen. Sie durchleiden ein Martyrium, verhungern und erfrieren, sterben auf grausame Weise. Zu Hause in England hat niemand auch nur eine Ahnung von dem, was geschah. Als es nach mehr als vier Jahren noch immer keine Lebenszeichen von Franklins Expedition gibt, startet eine der größten Suchaktionen des 19. Jahrhunderts. Gleich mehrere Expeditionen machen sich ab dem Jahr 1850 auf die Suche und geraten dabei selbst in tödliche Gefahr. 1854 stößt der Polarforscher John Rae auf Inuit, die Gegenstände besitzen, die offensichtlich Franklins Männern gehört hatten. Sie berichten ihm von verzweifelten Hungergestalten, die sterbend über das Eis zogen - und davon, dass die Lebenden die Toten verzehrt hätten. Was jedoch wirklich passierte, galt lange Zeit als eines der großen Rätsel in der Geschichte der Polarforschung. Erst 170 Jahre später kann das Schicksal der Franklin-Expedition weitestgehend nachvollzogen werden - unter anderem durch einen sensationellen Fund. Anfang September 2014 spüren Wissenschaftler die Überreste der "HMS Erebus" in der Victoria Strait vor King William Island auf. Von ihrem Schwesterschiff, der "HMS Terror", fehlt nach wie vor jede Spur. Auch über die Ursache zum Tod Franklins gibt es nach wie vor nur Spekulationen. Dieser Film zeichnet das Schicksal eines der größten Dramen der Polarforschung nach - und berichtet über Erkenntnisse der Wissenschaft, die endlich Licht in eine der rätselhaftesten und tragischsten Expeditionen bringen.
Im Jahr 1845 verschwinden 129 Männer und ihre beiden Schiffe in der Arktis. Sie suchen die Nordwestpassage und finden den Tod: das tragische Ende einer rätselhaften Expedition.
Angeführt wird die Mannschaft von Sir John Franklin, einem britischen Konteradmiral und Abenteurer. Am 19. Mai 1845 sticht er in See, mit dem ambitionierten Ziel, der Erste zu sein, der einen Seeweg durch das Packeis vom Nordatlantik in den Nordpazifik findet.
Franklin befehligt zwei Dreimaster mit herausragender Ausstattung, die "HMS Erebus" und die "HMS Terror". Der Proviant ist für eine Fahrt von mehreren Jahren bemessen. Franklin hat unter anderem fast 8000 Konserven geladen mit Fleisch, Suppe und Gemüse. Da es nicht seine erste Expedition ins ewige Eis ist, weiß Franklin, dass er eine enorme Herausforderung angenommen hat. Doch er will Geschichte schreiben und finden, wonach die britische Admiralität seit fast 300 Jahren fahndet: die Nordwestpassage, von der man sich zur damaligen Zeit einen strategischen Vorteil erhofft - und die den Seeweg zwischen dem Atlantik und dem Pazifik um viele Tausend Kilometer verkürzen würde.
Der Expeditionstrupp kommt nicht voran, er muss zweimal überwintern. Die Vorräte würden ausreichen, aber wie Wissenschaftler heute vermuten, waren nicht wenige der Konserven verdorben. Dann folgt ein Sommer, der so kalt ist, dass die eingefrorenen Schiffe nicht mehr freikommen. Der darauf folgende, schnell einsetzende Winter ist der Anfang vom Ende. Der 61-jährige Franklin stirbt. Die verzweifelten Überlebenden seiner Mannschaft versuchen, zu Fuß über das Packeis weiterzukommen. Sie durchleiden ein Martyrium, verhungern und erfrieren, sterben auf grausame Weise.
Zu Hause in England hat niemand auch nur eine Ahnung von dem, was geschah. Als es nach mehr als vier Jahren noch immer keine Lebenszeichen von Franklins Expedition gibt, startet eine der größten Suchaktionen des 19. Jahrhunderts. Gleich mehrere Expeditionen machen sich ab dem Jahr 1850 auf die Suche und geraten dabei selbst in tödliche Gefahr.
1854 stößt der Polarforscher John Rae auf Inuit, die Gegenstände besitzen, die offensichtlich Franklins Männern gehört hatten. Sie berichten ihm von verzweifelten Hungergestalten, die sterbend über das Eis zogen - und davon, dass die Lebenden die Toten verzehrt hätten.
Was jedoch wirklich passierte, galt lange Zeit als eines der großen Rätsel in der Geschichte der Polarforschung. Erst 170 Jahre später kann das Schicksal der Franklin-Expedition weitestgehend nachvollzogen werden - unter anderem durch einen sensationellen Fund. Anfang September 2014 spüren Wissenschaftler die Überreste der "HMS Erebus" in der Victoria Strait vor King William Island auf. Von ihrem Schwesterschiff, der "HMS Terror", fehlt nach wie vor jede Spur. Auch über die Ursache zum Tod Franklins gibt es nach wie vor nur Spekulationen.
Dieser Film zeichnet das Schicksal eines der größten Dramen der Polarforschung nach - und berichtet über Erkenntnisse der Wissenschaft, die endlich Licht in eine der rätselhaftesten und tragischsten Expeditionen bringen.


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