Einst war der Küstenort Sharm el Sheikh eines der beliebtesten Reiseziele Ägyptens. Strände, lebendiges Nachtleben und der Duft von Abenteuer machten die Stadt zu einer surrealen Tourismushochburg, die nicht nur Touristen, sondern auch junge Ägypter auf der Suche nach Arbeit anlockte. Doch mit dem arabischen Frühling und den postrevolutionären Folgen, verstärkt durch die Corona-Pandemie blieben die Touristen schon seit längerem aus. Die luxuriösen Hotels der früher florierenden Stadt sind weitgehend ausgestorben. Zurückgeblieben sind nur die Mitarbeiter der Hotels: Zimmermädchen, Animateure und DJs, die vor leeren Hallen spielen, sind die Protagonisten des Films. Gefangen in den verlassenen Hotels, wirtschaftlicher Not, Geschlechter-Stereotypen und strengen Traditionen träumen sie von Aufbruch, einem Neuanfang im Ausland. Doch die Verwirklichung dieser Ziele, so scheint es, bleibt in weiter Ferne. "Dream Away - Nächstes Jahr in Sharm el Sheikh" spielt mit fiktionalen und dokumentarischen Elementen, die die Grenzen zwischen Schauspiel und Selbstdarstellung verschwimmen lassen. Der Film portraitiert eine Generation junger Ägypter und Ägypterinnen, die zwar zum Aufbruch bereit ist, sich jedoch in der Realität einer verlassenen Stadt wiederfindet, in der Tradition und westliche Werte aufeinanderprallen. Geprägt von ausdrucksstarken Wüstenaufnahmen und ausgestorbenen Straßen und Hotels vermittelt der Film eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit und Melancholie - voller Poesie.