Es ist vielleicht das schlimmste Verbrechen, das einem Kind widerfahren kann. Vor allem, wenn die Täter aus dem engsten Umfeld kommen. Väter, Mütter, Onkel, Tanten, Erzieher, Lehrer - sie alle werden unter Umständen zu Tätern von sexuellem Kindesmissbrauch. Das Leiden der Opfer, deren Urvertrauen mit dieser Tat komplett zerstört wird, geht danach oft weiter. Denn nicht selten gibt es niemanden, an den sie sich wenden können. Niemand, der ihnen zuhört. Doch angesichts der gestiegenen medialen und teilweise auch gesellschaftlichen Aufmerksamkeit sind erste Verbesserungen in Bezug auf Opferhilfe, aber auch Prävention spürbar. Staufen, Lügde, Bergisch Gladbach. Immer wieder neue Fälle sexuell missbrauchter Kinder. Mit der Dokumentation "Dunkelfeld - Kindesmissbrauch in Deutschland" nimmt sich ZDFinfo dieses Themas umfassend an. Wo beginnt sexueller Missbrauch? Was sind die Ursachen? Warum werden Menschen zu Tätern, unter welchen Umständen Kinder und Jugendliche zu Opfern? Wie hat sich das Bewusstsein von sexuellem Missbrauch Minderjähriger in beiden Teilen Deutschlands seit Kriegsende verändert? Die Dokumentation beschäftigt sich mit Opfern und Tätern, potenziellen Tätern sowie zu Unrecht Beschuldigten. Zu Wort kommen ebenfalls Wissenschaftler und Juristen, Politiker, Trainer, Lehrer, Pfarrer und Erzieher. Zehn Jahre, nachdem der Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin, Pater Klaus Mertes, maßgeblich zur Aufklärung von zahlreichen Missbrauchsfällen innerhalb der katholischen Kirche Deutschlands beigetragen hat, stellt sich der Erfolgsautor Carsten Binsack die Frage: Was ist seit 2010 geschehen? Was hat sich in Sachen Kindesmissbrauch auch verbessert? Und was muss noch immer getan werden, um dem "Massenphänomen" entgegenzuwirken? In die umfangreichen Recherchen zum Film sind nicht nur die wissenschaftlichen Erkenntnisse der von Bundesregierung und Kirche initiierten Studien eingeflossen, sondern auch die praktischen Erfahrungen aus dem Präventionsprojekt "Kein Täter werden" der Charité sowie Erkenntnisse von Opfer- und Sportverbänden, von Zeitzeugen und namhaften Journalisten.