Merkwürdige Gestalten, Gnomen gleich, huschen mit Zisch- und Grunzlauten durch das Unterholz, in dessen Hintergrund ein gigantisches Etwas geheimnisvoll wie überdimensionaler Christbaumschmuck leuchtet. Die Gnomen sind Wesen von einem andern Stern, das Etwas ist ihr Raumschiff: Ein UFO ist auf der Erde gelandet. Doch kaum geistern die fremden Wesen durch das Gebüsch, verbreiten mysteriöse Männer Panik unter den Fremdlingen. Ihre pochenden Herzen leuchten angstvoll auf. Die Gnome flüchten überstürzt ins Raumschiff, die Leuchtkugel hebt ab. Zurück bleibt versehentlich einer der Ausserirdischen, der im Garten einer Vorstadtfamilie Zuflucht sucht. Er sieht aus wie eine Schildkröte ohne Panzer, blickt mit Runzelgesicht und uralten Augen in eine Welt, vor der er sich fürchtet. Doch dann wird der zehnjährige Elliott (Henry Thomas), der zuerst tief erschrocken ist, sein Freund. Die beiden betreiben interplanetarische Verständigung, und auch Elliotts Schwester Gertie (Drew Barrymore) findet an dem Wesen, das sie "E.T." (für "extraterrestrisch") nennen, bald Gefallen. Die Erde wird für E.T. zum Asyl, bis die Erwachsenen ihn entdecken. Nun beansprucht ihn die Wissenschaft für sich. Bald wird Elliott klar: Wenn er das Leben von E.T. retten will, muss er ihm helfen, nach Hause zurückzukehren. Steven Spielberg hatte bereits 1977 mit "Close Encounters of the Third Kind" einen bahnbrechenden Science-Fiction-Film vorgelegt, der sowohl in technischer Hinsicht verblüffte, als auch religiöse Motive und Elemente aus der Ufologie verarbeitete. In "E.T." ging er noch einen Schritt weiter, machte den Ausserirdischen zur Hauptfigur und verlieh ihm eine Erlöserrolle. Spielberg bezieht ideologisch klar Stellung gegen das Establishment und dessen kalte Wissenschaft und nähert sich einer New-Age-Position an.