Ein Abend für Gerd E. Schäfer

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    Frank J. Schäfer: "Mein Vater war ein Ur-Berliner..."
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    Lutz Jahoda: "Gerd E. war sehr Pointensicher"
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    Katja Ebstein: "Gerd E. war ein Erzkomödiant..."
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    Heinz Rennhack: "Die Stimme von Gerd E. Schäfer konnte man nicht verwechseln."
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    Alexander G. Schäfer: "Die "Distel" - Zeit war prägend für meinen Vater"
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    Ruth Ellen Schäfer: "Das Lorgnong lies sich mein Mann extra für den Märchenfilm "Die goldene Gans" anfertigen."
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Kultur, Künstlerporträt
Ein Abend für Gerd E. Schäfer

MDR
So., 15.07.
20:15 - 21:45


Gerd E. Schäfer - Schauspieler, Kabarettist, Moderator. Über 60 Jahre spielt er in unzähligen Rollen. Egal, ob auf der Bühne oder im Film - immer verleiht er seinen Figuren das gewisse Etwas. Und doch gibt es auch für ihn die eine große Rolle - die Rolle seines Lebens. Gerd E. Schäfer war und ist der "Maxe Baumann" aus Berlin. Dieser kauzige, komische Held aus der DDR-Lustspiel-Reihe überdauert die Zeiten und auch das Leben des Schauspielers. In diesem Jahr würde Gerd E. Schäfer seinen 95. Geburtstag feiern. In einem Porträt zeichnet Autorin Susanne Köpcke die Karriere des Ur-Berliners nach. Aufgewachsen ist er im Neuköllner Kiez der 20er- und 30er-Jahre. Mutter und Großmutter erziehen ihn. Mit Günter Pfitzmann sitzt er auf der Schulbank. Dann müssen auch die Schulfreunde für Hitler an die Front. Mit Glück überleben beide die schrecklichen Kriegsjahre, treffen sich an der Potsdamer Schauspielschule wieder. Die ersten Engagements führen Gerd E. Schäfer an verschiedene Provinztheater in Ostdeutschland. Wittenberg, Weißenfels, Bautzen und Burgstädt heißen die Stationen. Die Liebe und ein Zufall führen den ehrgeizigen Schauspieler zurück nach Berlin und an das Berliner Kabarett die "Diestel". Nicht nur seine beiden Söhne, Frank und Alexander, erinnern sich für dieses Porträt an die Lebensstationen ihres Vaters. Zum ersten Mal gewährt auch Ruth-Ellen Schäfer ganz private Einblicke in ihre Ehe und den Familienalltag mit Gerd E. 43 Jahre ist sie die Frau an seiner Seite, berät, begleitet und umsorgt ihn bis zu seinem Tod im September 2001. Wer, wenn nicht sie, weiß um seine Freuden, Sorgen und Nöte. Für Außenstehende war Gerd E. immer der Erz-Komödiant. Aber auch privat? Wie witzig war "Maxe Baumann" wirklich? Wollte er diese Rolle eigentlich spielen? Wann und wo lernte er seine Texte? Welche Garderobe bevorzugte die Schauspielerlegende tatsächlich? Wo und wie erholte sich Gerd E. vom Bühnen-Alltag? Wie streng war er als Vater? Wie lebte er nach den ganz großen Erfolgen und wofür steht das E. in seinem Namen? An der letzten Frage scheitern übrigens viele seiner Kollegen. Weggefährten, die es eigentlich wissen müssten. Doch dafür schmücken Katja Ebstein, Ursula Werner, Uta Schorn, Birgit Edenharter, Peter Hill, Otto Stark, Herbert Köfer und Heinz Rennhack das Lebenswerk von Gerd E. Schäfer mit vielen kleinen und großen Anekdoten. Auch Karin Ugowski, die Prinzessin, die nicht lachen wollte aus dem Märchenfilm "Die goldene Gans" erinnert sich noch sehr genau an den Aufschrei des Hofgelehrten Weisenstein. "Die Wippe, die Wippe!" Es ist wohl auch seine unnachahmliche Stimme, mit der sich Gerd E. Schäfer in das Gedächtnis und die Herzen der Zuschauer spielt. Er steht neben Legenden wie Wolf Kaiser, Erwin Geschonneck, Manfred Krug oder Horst Drinda vor der Kamera. Zumeist spielt er kleine, skurrile Nebenrollen, aber die sehr nachhaltig und sehr präsent. 18 Jahre lang erfüllt er gemeinsam mit Uta Schorn zur besten "Sonntags-Nachmittags-Kaffee-Zeit" Zuschauerwünsche. Die Fernsehsendung "Der Wunschbriefkasten" wird zum Dauerbrenner und Gerd E. Schäfer noch beliebter. Doch nie ist er der Star zum Anfassen. So sehr, wie er die Popularität auch liebt, genauso gerne zieht er sich ins Private zurück. Die Familie ist ihm Zeit seines Lebens heilig, genauso wie seine Bibliothek und sein täglicher Mittagsschlaf. Er bleibt immer ein Mann mit Ecken und Kanten, einer, der auch polarisiert. Eben kein aalglatter Pointen-Jäger. Das 90-Minuten Porträt zeigt den Schauspieler und Kabarettisten in seiner Vielseitigkeit und natürlich in der Rolle seines Lebens. Schließlich wird Gerd E. Schäfer mit und durch "Maxe Baumann" zum Volksschauspieler. Eben einer, der in den Herzen seiner Zuschauer weiterlebt.


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