Vier unterschiedliche Menschen müssen den Urlaub gemeinsam in einem Ferienhaus verbringen. Damit ist Streit vorprogrammiert ...

Es leben 100 Menschen, die sich zuvor nicht kannten, auf engstem Raum zusammen. Was man in der ProSieben-Show "Get the F*ck out of my House" sah, war zwar extrem, doch das Grundkonzept ist das gleiche wie in vielen Drehbüchern: Wenn unterschiedliche Charaktere und wildfremde Menschen plötzlich miteinander auskommen müssen, dann kann man die Minuten herunterzählen, bis es Streit gibt. An diesem simplen aber nicht sehr innovativen Konzept bedient sich nun auch die ARD-Komödie "Ein Ferienhaus auf Teneriffa". Was in Erinnerung bleibt ist allerdings nicht die Geschichte, sondern die wunderbaren Aufnahmen der kanarischen Insel.

Jürgen (Janek Rieke) ist seit dem Studium mit Lars (Philipp Hochmair) und dessen Ehefrau Diana (Caro Scimali) befreundet. Nachdem sie sich lange nicht gesehen haben, wollen sie jetzt samt Familien gemeinsam Urlaub machen. Jürgens neue Freundin Tinka (Anna König) passt aber so gar nicht zwischen die gut situierten Spießer: Sie ist bunt, flippig und eine Spur zu laut. Dafür aber gutherzig. Aufgrund eines Buchungsfehlers bei den Ferienhäusern finden sich die vier Erwachsenen und zwei Kinder unter einem Dach und wie man es erahnen kann, treffen Welten aufeinander. Lars und Diana, die nach außen perfekt wirken, müssen sich hinter der Fassade mit einer Affäre und dem Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden herumschlagen. Jürgen dagegen versucht verzweifelt einen Draht zu Tinkas Sohn Paul aufzubauen. Die Atmosphäre hat bald was von einem Pulverfass.

Auch wenn die Kombination der Figuren, Umgebung und Handlung in der Theorie reizvoll klingen, schafft es die Umsetzung Buch: Johannes Rotter, Regie: Sabine Bernardi) nicht wirklich, den Zuschauer zu fesseln. Die Figuren sind zu plakativ gestaltet, ohne sie zu kennen, spricht ihr Aussehen schon Bände. Die Reichen Schnösel tragen meist helle Leinenkleidung, die nicht studierte Krankenschwester Tinka, bunte, schrille Fummel. Der einzige, den man ins Herz schließen muss, ist Paul (Arsseni Bultmann), der auf die Frage, ob er nach dem Pool nicht dusche, auch mal unschuldig antworten kann: "Wieso, im Pool ist Wasser, das macht sauber."

Man kann dieser Komödie auf keinen Fall vorwerfen, alles wäre frei erfunden. In vielen Situationen können sich die Zuschauer sicherlich wiederfinden, denn jeder kennt wohl die Spannungen, die im Urlaub mal entstehen. Doch davon abgesehen fehlt es der abgedroschenen Geschichte einfach an Pfiff. Besonders der Showdown fühlt sich an wie ein Schultheaterstück, das einfach nicht aufhören will. Was nach dem Film bleibt, ist die Lust, in den Urlaub zu fahren. "Ein Ferienhaus auf Teneriffa" funktioniert als Fernwehfernsehen – nicht mehr und nicht weniger.


Quelle: teleschau – der Mediendienst