Für die Themenwoche "Zukunft Bildung" haben die ARD-Verantwortlichen auch den traditionellen Mittwochsfilm, der gerne gesellschaftliche Probleme wälzt, entsprechend einfärben lassen: Erzählt wird von den Fallstricken der Erwachsenenbildung und vom Lehrermangel.

Wenn schon, denn schon: Für die laufende ARD-Themenwoche unter dem Motto "Zukunft Bildung" sammelte die zentrale Programmplanung nicht nur zahlreiche sehenswerte Dokus und Diskussionsrunden. Es musste auch ein solider Fernsehfilm zu Thema produziert werden: Das tragikomische Mittwochsdrama "Eine Klasse für sich" erzählt mehr oder weniger augenzwinkernd von gesellschaftlichen Missständen. Etwa davon, dass es viel zu wenig gute Lehrer an deutschen Schulen gibt. Und wie trostlos oft Karriereschicksale in der sogenannten Erwachsenenbildung "verwaltet" werden. Ein richtiges cineastisches Knaller-Thema ist das naturgemäß nicht.

Lehrer Fabian Sorge (Hans Löw) wäre gerne verbeamtet. Nur so lässt sich einem mehr oder weniger sorgenfreien Karriereweg an dem Gymnasium entgegensehen, an dem er selbst unterrichtet und das pikanterweise auch sein eigener Sohn besucht. Doch die Aussicht auf eine lebenslang sichere Anstellung und dann ein staatlicherseits solide ausgepolstertes Pensionärsdasein zerbröselt in dem Moment, als ihn seine Vergangenheit wieder einholt. Fabian hatte als junger Mann einst sein Abiturzeugnis gefälscht. Eigentlich ist er damit als Pädagoge nicht mehr haltbar. Doch Halt, in Deutschland herrscht ja akuter Lehrermangel (wenn auch eher an Grund- und Mittelschulen als an Gymnasien)! Und so lassen sich Sorges Vorgesetzte auf einen dubiosen Kuhhandel ein: Fabian muss binnen eines Jahres noch einmal sein Abitur nachholen, dann darf er seine Stelle behalten.

Mit leichten Anklängen an den immer wieder gern im Fernsehprogramm gezeigten Klassiker "Die Feuerzangenbowle" drückte Fabian noch einmal die Schulbank. Allerdings natürlich nicht wie Heinz Rühmann als verkleideter Erwachsenen-Pennäler an seiner eigenen alten Schule. Er muss sich auf den sogenannten "zweiten Bildungsweg" und damit in die oft mehr lieblos als recht organisierte Erwachsenenbildung einlassen. Allerdings steht das private Kolleg, das der Beinahe-Lehrer besucht, selbst kurz vor dem Aus. Ein skrupelloser Immobilienentwickler (Peer Martiny) möchte es schließen. Notgedrungen organisieren sich die Bildungswilligen selbst – und organisieren eine Lerngruppe.

Der Film von Regisseurin Christine Hartmann ist prominent besetzt, unter anderem mit der Ex-"Tatort"-Kommissarinnen-Darstellerin Alwara Höfels, die in den ersten beiden "Fack ju Göhte"-Filmen selbst schon eine Pädagogin unter Druck gespielt hatte. Doch auch gute Darstellerleistungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Konzept-Film wirkt, als wäre er am Reißbrett entstanden. Dies betrifft nicht nur die mit aller Hingabe auf die Bildungsthematik der Themenwoche getrimmt Hauptgeschichte vom Lehrer unter besonderer Bewährung. Auch die Nebenstränge mit einer Trennungsgeschichte, die Fabian Sorge – nun ja – zusätzliche Sorgen bereitet, wirken ziemlich hölzern.


Quelle: teleschau – der Mediendienst