"Eine deutsche Jugend" wirft einen Blick von außen auf die Bundesrepublik Deutschland der RAF-Ära. Der französische Filmemacher Jean-Gabriel Périot bietet jedoch keine einfachen Antworten oder gar Erklärungen an. Er montiert stattdessen ausschließlich Archivmaterial zu einem scharfen Kommentar über Gewalt und Geschichte. Sein Film dokumentiert den Konflikt zwischen Staat und RAF, der zugleich ein Krieg der Bilder war. Ein Krieg, der nicht nur in den Medien, sondern auch in der umtriebigen Filmszene hitzig diskutiert und kommentiert wurde. Ob in Fassbinders "Deutschland im Herbst", Antonionis "Zabriskie Point" oder Klaus Lemkes "Die Brandstifter" - Périot schneidet die Positionen kunstvoll gegeneinander zu einem vielstimmigen Kaleidoskop, darunter zahlreiche kaum bekannte Studentenfilme und Reportagen, unter anderem von Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Holger Meins.