"Das Leben wird bewusster mit diesem Gedanken an die Endlichkeit", so Bruder Rudolf Leichtfried. "Im Augenblick die Endlichkeit spüren ist wichtig und dennoch kein leichtes Unterfangen. Aber in der Stille ist eben vieles möglich."In malerischer Abgeschiedenheit am Fuße des Grimming in der Steiermark, liegt das Kapuzinerkloster Irdning. Bruder Rudolf Leichtfried war es, der mit der Idee des Exerzitien-Angebots vor 25 Jahren die Pforten des Klosters geöffnet hat und damit eine Schließung verhindern konnte. Seit 10 Jahren leitet er die "Kontemplativen Exerzitien" mit Elisabeth Berger gemeinsam, einer Lebens- und Sozialberaterin aus Osttirol. Geboten wird hier alles andere als Lifestyle-Tourismus. Wer nach Irdning kommt, lässt sich auf eine intensive Erfahrung ein: kein Handy, kein Internet, kein Fernsehen, kein Buch - dafür Stille. Was für viele nach Verzicht klingt, ist in unserer Gesellschaft gefragter denn je. Die Schweigeseminare sind stets ausgebucht, der Wunsch, die rastlose Welt hinter sich zu lassen, wird zusehends größer. Doch was bleibt übrig von einem, wenn alle Einflüsse von außen wegfallen? "Die Stille hat eine unglaubliche Kraft und es braucht Mut und Vertrauen, sich auf diese Entdeckungsreise einzulassen", so Elisabeth Berger, "denn es geschieht in der Stille immer eine Begegnung mit einem selbst". Wer in die Stille geht, wird oft auch mit seiner Endlichkeit konfrontiert. Sich der eigenen Endlichkeit und Vergänglichkeit bewusst zu werden, sei wichtig um sein Leben nach Prioritäten auszurichten, meint Elisabeth Berger.