Kanada ist ein Sehnsuchtsland und die Kanadischen Nationalparks locken jedes Jahr Millionen von Besuchern an. Doch nur wenige kennen den rauen und dünn besiedelten Norden des zweitgrößten Landes der Erde. Schroffe Landschaften und karge, vom Permafrost durchzogene Tundra sorgen für eine beeindruckende Kulisse, die zu erreichen schon ein Abenteuer ist. Das Wort "Wapusk" bedeutet in der Sprache der Cree "weißer Bär". Im Wapusk-Nationalpark und der angrenzenden Kleinstadt Churchill dreht sich fast alles um diesen weißen Bären. Der Park liegt im Nordosten der Provinz Manitoba und nirgendwo leben das ganze Jahr über so viele Eisbären wie hier. Mit einer Größe von 11.000 Quadratkilometern bildet der Wapusk die Übergangszone zwischen den weitläufigen Nadelwäldern im Süden Manitobas und der arktischen Tundra von Nunavut im Norden. Wegen seines empfindlichen Ökosystems und der vielen Eisbären dürfen Besucher den Wapusk-Nationalpark nicht ohne einen Führer betreten. Die Radio-Bremen-Dokumentation "Eisbären und Belugas" begleitet Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Parks Canada, die im Wapusk an ihren Langzeitstudien zum Klimawandel arbeiten. Die Natur am Rande der Arktis ist ein Indikator für bevorstehende Veränderungen auf der ganzen Erde. Einsam in der weiten Tundra liegt die Forschungsstation Nester I. Sie wurde 1969 eingerichtet, um das Nistverhalten von Kanadagänsen zu erforschen. In der Mündung des Churchill River tummeln sich tausende Belugawale. Junge Wissenschaftler im Northern Studies Centre untersuchen deren genetischen Code anhand ihres Blas. Bewohner von Churchill trainieren derweil ihre Schlittenhunde für den bevorstehenden Winter - unter der indigenen Bevölkerung der Métis eine alte Tradition. An kaum einem anderen Ort der Erde wird so deutlich wie Mensch und Natur voneinander abhängig sind. Eine Produktion der Florianfilm Produktion für Radio Bremen