Eisenbahn-Romantik extra

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Fotoquelle: SWR
Report, Dokumentation
Eisenbahn-Romantik extra

SWR
Fr., 28.09.
14:45 - 15:15
Folge 936, Jäger der versunkenen Lok (Teil 3) - Eisenbahn-Pioniere im Südwesten


1852 versinkt die Lok "Rhein" beim Transport im Rhein. Warum aber wurde eine Lok überhaupt per Schiff transportiert? Das Eisenbahnwesen war zu dieser Zeit im Südwesten erst am Entstehen. 1840 werden die ersten 18,5 Streckenkilometer zwischen Mannheim und Heidelberg eröffnet. Private Kapitalgebern bauen sie - mit einer Dividende von bis zu 17 Prozent eine lukrative Angelegenheit. 1847 findet die Einweihungsfahrt des ersten Abschnitts der "Pfälzischen Ludwigsbahn" zwischen Ludwigshafen-Neustadt und Schifferstadt-Speyer statt. Die Strecke wurde vom pfälzischen Bahnpionier Paul Camille von Denis geplant. Die Bahn ist kommerziell ein Erfolg und sorgt für einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region. Mitte des 19. Jahrhunderts bricht ein regelrechtes Gründungsfieber von Eisenbahngesellschaften aus. In den ersten zehn Jahren nach 1835 werden 1.400 Gleiskilometer in Deutschland gebaut. 1849 ist die gesamte Strecke von Ludwigshafen bis Saarbrücken vollendet. Nun kann Saarländische Kohle bis an den Rhein transportiert werden. Die Eisenbahn als ein Motor der Industrialisierung in Deutschland: Endlich sind Transporte über große Distanzen in relativ kurzer Zeit möglich. Es entstehen neue Berufe wie Lokführer und Heizer. Man muss dafür wind- und wetterfest sein. In Karlsruhe gründet der gebürtige Baden-Badener Emil Kessler seine Lokomotivfabrik, die bereits 1841 den Serienbau von Lokomotiven aufnimmt - auch die "Rhein" stammt von Kessler. Später eröffnet Kessler die legendäre Maschinenfabrik Esslingen. Während in Baden zwischen Mannheim und Offenburg schon Züge fahren, beginnt man in Württemberg 1844 mit dem Fällen der ersten Bäume für den Stuttgarter Rosensteintunnel. Ein Jahr später wird zwischen Cannstatt und Untertürkheim auf einer Länge von vier Kilometern die erste Eisenbahn Württembergs eröffnet. 1846 rollen die ersten Züge in die Residenzstadt Stuttgart. Geplant hat das der württembergische Bahnpionier Carl v. Etzel, der später auch die berühmte Geislinger Steige, die erste Gebirgsbahn Deutschlands, baute.


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