Engadin - Wildnis der Schweiz

  • Unter Bartgeiern ist Bartschmuck kein männliches Privileg. Und je intensiver die Ringe um die Augen leuchten, desto erregter ist der wendige Knochenbrecher. Vergrößern
    Unter Bartgeiern ist Bartschmuck kein männliches Privileg. Und je intensiver die Ringe um die Augen leuchten, desto erregter ist der wendige Knochenbrecher.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Universum: "Engadin - Wildnis der Schweiz" Vergrößern
    Universum: "Engadin - Wildnis der Schweiz"
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Mit fast 3 Metern Flügelspannweite ist der Bartgeier der größte Greifvogel der Alpen. Seine erfolgreiche Wiederansiedlung ist ein einzigartiges Beispiel für grenzüberschreitenden Naturschutz. Vergrößern
    Mit fast 3 Metern Flügelspannweite ist der Bartgeier der größte Greifvogel der Alpen. Seine erfolgreiche Wiederansiedlung ist ein einzigartiges Beispiel für grenzüberschreitenden Naturschutz.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Das Engadin birgt die Wildnis der Schweiz. In Höhen ab 1600 Metern locken unberührte Lebenswelten. Vergrößern
    Das Engadin birgt die Wildnis der Schweiz. In Höhen ab 1600 Metern locken unberührte Lebenswelten.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Die kristallblauen Augen der Engadiner Berge sind nährstoffreiche Quellen für Inn, Donau und Rhein. Vergrößern
    Die kristallblauen Augen der Engadiner Berge sind nährstoffreiche Quellen für Inn, Donau und Rhein.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Luchse sind "diskrete" Tiere. Sie können auch in intensiv genutzten Kulturlandschaften wie im Engadin überleben. Vergrößern
    Luchse sind "diskrete" Tiere. Sie können auch in intensiv genutzten Kulturlandschaften wie im Engadin überleben.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Die Rückkehr der großen Beutegreifer führt immer wieder zu Kontroversen. Der Luchs wurde 1971 wieder in der Schweiz angesiedelt. Vergrößern
    Die Rückkehr der großen Beutegreifer führt immer wieder zu Kontroversen. Der Luchs wurde 1971 wieder in der Schweiz angesiedelt.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Ernährungsengpässe im winterlichen Engadin treiben  bunten Blüten. Das Rotkehlchen erstrahlt mangels Karotin in leuchtendem Gelb. Vergrößern
    Ernährungsengpässe im winterlichen Engadin treiben bunten Blüten. Das Rotkehlchen erstrahlt mangels Karotin in leuchtendem Gelb.
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Der Luchs gehört zu unserer heimischen Tierwelt und langsam erobert er seinen ursprünglichen Lebensraum zurück Vergrößern
    Der Luchs gehört zu unserer heimischen Tierwelt und langsam erobert er seinen ursprünglichen Lebensraum zurück
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
  • Mit fast 3 Metern Flügelspannweite ist der Bartgeier der größte Greifvogel der Alpen. Seine erfolgreiche Wiederansiedlung ist ein einzigartiges Beispiel für grenzüberschreitenden Naturschutz Vergrößern
    Mit fast 3 Metern Flügelspannweite ist der Bartgeier der größte Greifvogel der Alpen. Seine erfolgreiche Wiederansiedlung ist ein einzigartiges Beispiel für grenzüberschreitenden Naturschutz
    Fotoquelle: ZDF/ORF/Kurt Mayer Film
Natur+Reisen, Landschaftsbild
Engadin - Wildnis der Schweiz

Infos
Produktionsland
Österreich/Frankreich
3sat
Sa., 07.07.
15:00 - 15:50


Vor rund 100 Jahren wurde im Schweizer Engadin der erste Nationalpark der Alpen gegründet: Der "Garten des Inn" beherbergt auch heute noch die größte unangetastete Wildnis der Schweiz. Man wollte ein Refugium für Wildtiere schaffen und einen Ort, den sich die Natur selbst, ohne Eingriff des Menschen, gestaltet. Für diese Dokumentation haben sich Kurt Mayer und Judith Doppler ein Jahr lang der faszinierenden Region des Engadin gewidmet. Wenn sich im Frühling die Morgensonne in den blaugrünen "Augen" der Oberengadiner Seenplatte spiegelt, dann füllen sich langsam die Wildbäche der Region, und mächtige Wasserfälle stürzen die riesigen Felswände hinab. Der Wasserreichtum haucht dieser hochalpinen Region Leben ein. Durch das Wasser ist es auch im Sommer grün, Wildtiere wagen sich bis in extreme Höhen vor. Ein Wassertropfen, der hier während eines sommerlichen Gewitters fällt, darf sich entscheiden, ob er über Inn und Donau ins Schwarze Meer fließt, über den Rhein in die Nordsee will oder den Weg nach Süden nimmt, um schließlich in der Adria zu landen. Heute jagen im Engadin Steinböcke munter über steile Wände, und prächtige Bartgeier betreiben eifrig ihre Knochenschmieden. Und selten, aber doch regelmäßig, steckt auch wieder ein Luchs seine Nase in diese hoch gelegene alpine Wildnis. Aber das war nicht immer so: Durch die intensive Bejagung ging der Steinbock-Bestand in der Schweiz massiv zurück, und um 1906 waren Steinböcke endgültig ausgerottet. Nur noch im italienischen Gran Paradiso, im königlichen Jagdrevier im Aostatal, gab es noch einen kleinen Steinbock-Bestand, strengstens bewacht von den königlichen Jägern. Erst das beherzte Einschreiten eines betuchten Schweizer Hoteliers sorgte für die Rückkehr der Steinböcke in die Schweiz. Etwa 100 Jahre später ist im Engadin ein weiteres Alpentier wieder heimisch geworden: der Bartgeier. Den Bart tragen tragen Männchen wie Weibchen, seine Flügelspannweite beträgt bis zu drei Meter, und er ist einer der faszinierendsten Gleiter über den mächtigen Alpentälern des Engadins. Aber auch er wurde im Lauf des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Durch den Erfolg eines internationalen Wiederansiedlungsprojekts findet man den Bartgeier auch wieder im Engadin. Weit oben am Berg, auf hochgelegenen Brunftplätzen, kämpfen auch wieder dominante Rothirsche im September und Oktober, oft schon im Schnee, um die weiblichen Tiere. Auch ihr Bestand hat sich erholt: Um 1850 gab es durch die rücksichtslose Bejagung fast keine Hirsche mehr in der Schweiz. Während die Hirschkühe mit ihren Kälbern in gemischten Rudeln leben, bleiben die Geweih tragenden männlichen Hirsche lieber unter sich. Die Dokumentation taucht in ein kleines Tierrefugium mit großer Vergangenheit ein, in ein wildes Land am Rande von Gletschern und dunklen Wäldern - eine Reise zu den Quellen des Inn. Seit der Gründung des Nationalparks war die Region beispielgebend für viele ähnliche Projekte und Vorbild für Dutzende weitere Parks im alpinen Raum.


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