Seit dem gescheiterten Putschversuch, der im Juli 2016 von Teilen der türkischen Armee unternommen wurde, ist die Macht der AKP mit Recep Tayyip Erdogan an ihrer Spitze rasant gewachsen. Hunderttausende Menschen wurden verfolgt, Zehntausende wurden inhaftiert oder mussten ins europäische Ausland fliehen. Wenige Jahre vor dem symbolträchtigen 100. Jubiläum der türkischen Republik hat es Erdogans Partei geschafft, das Land tiefgreifend zu verändern. Was bedeutet das für die Türkei - und für Europa? Die Dokumentation hinterfragt Motivationen, Mittel und Ziele der AKP: Mit welchen Manövern ist es Erdogan gelungen, seine Macht auszubauen? Was sagen AKP-Anhänger und -Kritiker, welche Veränderungen und Abspaltungen finden parteiintern statt? Die letzten Kommunalwahlen haben Erdogan erstmals Grenzen aufgezeigt. Die Abwahl der AKP in Istanbul und die erstmals deutliche Kritik an seiner Person zeigen, dass Erdogans Macht alles andere als absolut ist. Der türkische Präsident lässt zwar keine Zweifel an seinem Ziel aufkommen, eine "neue Türkei" aufzubauen, die als Führungsmacht der islamischen Welt fungiert. Mit der Lira auf historischer Talfahrt befindet sich die Türkei dennoch derzeit - nach den großen Erfolgen im ersten Jahrzehnt der AKP-Herrschaft - in einer selbst verschuldeten existenziellen Wirtschaftskrise. Wird Erdogans AKP und damit seine Machtbasis instabil? Entscheidend für die Zukunft der Türkei wird sein, ob es der demokratischen Opposition gelingt, ihren Wahlsieg in den türkischen Metropolen für eine politische Neuaufstellung zu nutzen, um eine demokratische und wirtschaftliche Erneuerung des Landes einzuleiten. Nach den letzten Jahren scheint die Zukunft der Türkei offener, als bislang vermutet.