Die Fulda gilt aufgrund ihrer Länge als der hessischste aller Flüsse im Bundesland. Von der Wasserkuppe in der Rhön bis zur Mündung in Hann. Münden muss Hessen nur das allerletzte Stück an Niedersachsen abgeben. Schnell wird aus dem Quellrinnsal durch viele Zuflüsse ein richtiger Bach, so dass bereits in Gersfeld, der ersten Stadt, die der junge Fluss passiert, etliche Mühlen betrieben werden konnten. Müller, Fischzüchter und zunehmend Ausflugslokale leben von und mit der Fulda. Doch die Nähe zum Wasser birgt auch Gefahren, denn nach schneereichen Wintern und Starkregenereignissen schwillt der Fluss an, Hochwassermarken sind Zeugen mancher Katastrophen. Die Probleme sind aber Großteils hausgemacht. Über Jahrhunderte versuchte man den Fluss zu zähmen. Mit Uferbefestigungen schützten die Landwirte Wiesen und Felder, und für die Schifffahrt von Kassel bis Bad Hersfeld wurde der Fluss begradigt, die Fulda zunehmend zu einem Kanal, der das Wasser schnell abfließen lässt. Gegen die Fluten wurden Dämme gebaut, mit wenig Erfolg. Heute geht man andere Wege: Umweltbeauftragter und Dipl. Ingenieur Heinrich Wacker räumt dem Fluss wieder mehr Raum ein, damit er sich entfalten kann. Viele Tiere und Pflanzen nutzen die neuen Feuchtgebiete, einige sind durch sie erst wiedergekommen. In Kassel am Unterlauf wird die Fulda alljährlich für den Zissel genutzt. Für vier Tage im August ist der Fluss Mittelpunkt des größten Fests der Nordhessen. Auch der letzte Teil der Fulda bis nach Hann. Münden wird touristisch noch genutzt, wenn auch derzeit nur eingeschränkt, denn die Schleuse in Kassel ist kaputt, so dass Ausflugsdampfer Probleme haben.