BR
Ermittlungen? Eingestellt.
Info, Zeitgeschichte • 23.09.2020 • 22:00 - 22:45
Lesermeinung
Ulrich Chaussy bei der Uraufführung von "Der blinde Fleck - Das Oktoberfestattentat" im Bayerischen Landtag. Die erste und möglicherweise entscheidende Folge des Films: Bei der Vorpremiere im Bayerischen Landtag verspricht der amtierende bayerische Innenminister Joachim Herrmann öffentlich, die relevanten Ermittlungsakten vollständig zu öffnen. Dies ist die Grundlage für die Dokumentation. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de.
Ulrich Chaussy (rechts) mit Hoffmann-Prozessbeobachter Hans Peter Buschheuer im Nürnberger Schwurgerichtssaal 600.
Ulrich Chaussy (links) mit Hoffmann-Prozessbeobachter Hans Peter Buschheuer im Nürnberger Schwurgerichtssaal 600.
Ulrich Chaussy bei der Gedenkveranstaltung 2019 zum Oktoberfest-Attentat. Weiteres Bildmaterial finden Sie unter www.br-foto.de
Originaltitel
Ermittlungen? Eingestellt! Das Oktoberfest-Attentat und der Doppelmord von Erlangen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Zeitgeschichte

Auf dem rechten Auge blind?

Von Eric Leimann

40 Jahre ist der Terror-Anschlag auf das Münchener Oktoberfest nun her. Nachdem der Fall – wegen Recherchen der Investigativ-Journalisten Daniel Harrich und Ulrich Chaussy – vor einigen Jahren neu aufgerollt wurde, legte man das Verfahren nun doch zu den Akten. Wird weiter vertuscht?

Am 26. September 1980 starben am Haupteingang des Oktoberfests in München durch die Explosion einer selbstgebauten Bombe 13 Menschen, darunter der Attentäter. 213 Personen wurden verletzt, 68 davon schwer. 40 Jahre nach der Tat, die sich später als rechter Terroranschlag entpuppte, beschreibt Investigativ-Journalist und Filmemacher Daniel Harrich, was seit den späten Aufdeckungen, zu denen er maßgeblich beitrug, aus dem Fall geworden ist.

2014 führte Harrichs Spielfilm "Der blinde Fleck" einem großen Publikum vor, wie die Ermittlungsbehörden 1980 bei der Aufklärung versagt hatten. Für seine neue Doku, der um 22.45 Uhr auf die Wiederholung des seinerzeit viel Furore machenden Fernsehfilms "Der blinde Fleck" mit Benno Fürmann, Nicolette Krebitz, Heiner Lauterbach und anderen Stars folgt, kann Harrich auch auf die Mitarbeit des Journalisten Ulrich Chaussy zählen. Es ist jene Figur, die Benno Fürmann im Spielfilm verkörperte. Chaussy war jener Journalist, der die Vertuschungen rund um den bis dahin schwersten Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik maßgeblich voranbrachte.

Oktoberfest-Attentat, Rabbiner-Ermordung, NSU

Gemäß eines Entscheids der Bundesanwaltschaft vom Juli 2020 stellte die Sonderkommission "26. September 1980" ihre Ermittlungen ein. Zwar kam man unter anderem zu dem Schluss, dass die Tat des mutmaßlichen Einzeltäters Gundolf Köhler rechtsextremistisch motiviert war, jedoch konnten keine weiteren Mittäter ermittelt werden. Die SoKo konnte auch nicht die Frage klären, welche Rolle der Verfassungsschutz damals gespielt hatte – ob er die Spur "nach rechts" aktiv vertuscht hatte.

In ihrer neuen BR-Dokumentation untersuchen Harrich und Chaussy auch, welche Spuren vom Münchener Oktoberfest-Anschlag zur Ermordung des Verlegers, Rabbiners und ehemaligen Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg, Shlomo Lewin, und dessen Lebensgefährtin Frida Poeschke führten. Das Verbrechen geschah wenige Wochen nach dem Münchner Anschlag. Die Verantwortung für die Tat wurde, wie in München und sehr viel später bei den NSU-Verbrechen, toten "Einzeltätern" angelastet.

Der mutmaßliche Mordschütze im Fall Lewin und Poeschke soll der engste Gefolgsmann von Wehrsportgruppen-Chef Karl-Heinz Hoffmann gewesen sein. Doch die Spur "nach rechts" wurde zunächst ignoriert und der Tathintergrund im unpolitischen privaten Umfeld der Opfer gesucht.

Ermittlungen? Eingestellt. Das Oktoberfest-Attentat – Mi. 23.09. – BR: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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