Expeditionen ins Tierreich

  • Braunbär, Wappentier Kareliens. Vergrößern
    Braunbär, Wappentier Kareliens.
    Fotoquelle: NDR/MDR/Altayfilm/Axel Gebauer
  • Pater Oleg Chervyakov, Varishpelda, Vodlozero Nationalpark Vergrößern
    Pater Oleg Chervyakov, Varishpelda, Vodlozero Nationalpark
    Fotoquelle: NDR/MDR/Altayfilm/Axel Gebauer
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    Vodlozero Nationalpark
    Fotoquelle: NDR/MDR/Altayfilm/Axel Gebauer
Natur+Reisen, Tiere
Expeditionen ins Tierreich

Infos
Audiodeskription, Bildbeschreibung ausschließlich über DVB-S und DVB-C
Produktionsland
Deutschland
NDR
Mi., 18.10.
20:15 - 21:00
Wildes Karelien - Land der Braunbären und Singschwäne


Der Sommer im Norden Russlands ist nur kurz. Nahe am Polarkreis hat die Natur eine einzigartige Wildnis geschaffen: Karelien. Über 60.000 Seen, Zigtausende Flüsse, endlose Moore und ausgedehnte Wäldern sind dort vorhanden. Axel Gebauer und sein Team haben einen Sommer lang Zeit unter Bären, Singschwänen und Elchen verbracht. Entstanden ist ein einfühlsames Naturporträt mit zwei ungewöhnlichen Menschen, die einem die Natur und die Seele Russlands näher bringen. Karelien erstreckt sich zwischen Russland und Finnland, dem Weißen Meer und dem Finnischen Meerbusen. Nach monatelanger Dunkelheit erscheint endlich die Sonne wieder über dem Horizont des russischen Nordens. Ihr Licht, ihre Wärme und Energie wecken das Land aus der Winterstarre. Birkhähne balzen, sobald der Winter an Kraft verliert, Braunbären-Mütter durchstreifen mit ihren Jungen die Taiga, begleitet von den melancholischen Rufen der Singschwäne. In dem Gebiet, das so groß ist wie Deutschland, leben weniger Einwohner als in Köln. Der Volksmund sagt, dass es in Karelien nur zwei Jahreszeiten gibt: den acht Monate langen Winter und den vier Monate dauernden, kurzen Sommer. Licht hat in Karelien eine ganz besondere Bedeutung. Mit Macht brechen die Sonnenstrahlen durch die Wolken und zaubern einen glänzenden Schimmer auf die Wellen des Sees Vodlozero. Im Mittsommer geht die Sonne nicht unter. In den "weißen Nächten" pulsiert das Leben auch zur Nachtzeit. Doch der vermeintliche Überfluss an Energie geht schnell vorüber. Bereits Anfang September naht das Ende des Sommers. Die Singschwäne verlassen Karelien. Mit einem letzten fantastischen Aufglühen der Polarlichter fällt das Land erneut in Dunkelheit und Winterschlaf. In der Jahrtausende währenden Siedlungsgeschichte Kareliens wird bis heute die enge Verbindung von Natur und Kultur deutlich. Der Bär ist das Wappentier Kareliens, Singschwäne gelten als heilige Vögel. Abbilder von Schwänen haben Steinzeitkünstler bereits vor 6.000 Jahren in die Uferfelsen des Onegasees geritzt. Heute allerdings stört der Einfluss des Menschen die Natur Kareliens immer mehr. Die Bedrohungen durch Jagd, Holzeinschlag, Straßenbau, Wasserkraftwerke, Pilz- und Beerensammler nehmen stetig zu. Doch es gibt Menschen, die sich für den Erhalt der einmaligen Wildnis einsetzen. Zwei von ihnen werden im Film porträtiert. Beide sind besondere Charaktere. Und jeder hat seine spezielle Beziehung zur Natur. Valentin Wladimir Bologov ist ein Mann der Tat. Er übernimmt Bärenwaisen von Auffangstationen und lässt sie an der russisch-finnischen Grenze frei. Ein unkonventioneller Naturschützer mit eigenen Visionen. Oleg Chervyakov hat den Vodlozerski Nationalpark gegründet und lange Zeit geleitet. Noch während dieser Tätigkeit wurde er orthodoxer Priester. Inzwischen lebt er zurückgezogen auf einer Halbinsel im Nationalpark und versucht, auf spiritueller Ebene andere Menschen für ein Leben im Einklang mit der Natur zu gewinnen. Russlandkenner Axel Gebauer und sein Team führen durch einen Sommer voller Leben, durch Landschaften am Polarkreis, so schön und ursprünglich, wie sie in Europa nur noch selten zu erleben sind.


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