Expeditionen ins Tierreich

  • Fuerteventura, Canary islands Vergrößern
    Fuerteventura, Canary islands
    Fotoquelle: © CC0 Creative Commons/pixabay
  • Canary Islands, nature Vergrößern
    Canary Islands, nature
    Fotoquelle: © CC0 Creative Commons/pixabay
  • Tenerife, Canary Islands Vergrößern
    Tenerife, Canary Islands
    Fotoquelle: © CC0 Creative Commons
  • Die Helgoländer Kegelrobben lassen sich durch Menschen nicht stören - solange sie nicht zu nahe kommen. Vergrößern
    Die Helgoländer Kegelrobben lassen sich durch Menschen nicht stören - solange sie nicht zu nahe kommen.
    Fotoquelle: © NDR/NDR Naturfilm/Annegret Walter
Natur + Reisen, Tiere
Expeditionen ins Tierreich

Infos
Originaltitel
Expeditionen ins Tierreich
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2016
NDR
Mi., 16.09.
20:15 - 21:00


Einst nannte man sie die "Inseln am Rande der Welt". Als der antike Geograf Ptolemäus die erste Landkarte der Erde erstellte, waren die Kanaren noch genau das: das Ende der Alten Welt. Heute sind die sieben Kanarischen Inseln ein exotisches Paradies für Millionen Touristen, die jedes Jahr, vor allem aus Europa, hierher kommen, um Sonne, Meer und ein mildes, frühlingshaftes Klima zu genießen. Eine zweiteilige Naturdokumentation zeigt die wilde, unbekannte Seite des Archipels abseits besuchter Touristenpfade. Bis heute haben sich die Kanarischen Inseln ihre wilde Schönheit bewahrt. Jede von ihnen gleicht einem Kontinent im Kleinen. Subtropische Nebelwälder treffen auf karge Vulkanlandschaften und schneebedeckte Gipfel. Unzugängliche Schluchten münden in rauen, zerklüfteten Steilküsten und ausgedehnten Wüsten. Warum aber trägt der Archipel nahe der nordwestafrikanischen Küste den Beinamen "Inseln des Frühlings"? Wo doch auf derselben geografischen Breite kaum mehr als 100 Kilometer weiter östlich die trockene, heiße Wüste Sahara liegt? Warum gibt es gerade auf den Kanaren dichte, subtropische Urwälder und schneebedeckte Gipfel? Eine Antwort heißt "vientos alisios". So nennen die Einheimischen die Passatwinde. Beständig wehen sie von Nordost und sind für die Inseln im Atlantik die Grundlage vielfältigen Lebens. Der Passatwind bringt Wasser, selbst im trockenen Sommer. Auf seiner langen Reise über das Meer nimmt der Alisio große Mengen an Feuchtigkeit auf. Trifft er auf die Inseln, stauen sich mächtige Wolkenbänke an steilen Bergflanken. Die in der Luft gespeicherte Feuchtigkeit kondensiert und nährt ein einmaliges Naturjuwel: subtropische Lorbeerwälder. Das Wasser fällt hier nicht als Regen, die mächtigen Lorbeerbäume "melken" die Wolken und sorgen dafür, dass es in dicken Tropfen von ihren Blättern auf den Boden fällt. Auf den flacheren Inseln bietet sich ein anderes Bild. Hier gibt es keine hohen Berge, an denen sich die Wolken stauen und ihre feuchte Last abladen. Hier herrscht Trockenheit. In der Wüste Fuerteventuras lebt die Kragentrappe. Wenn es doch einmal regnet, präsentieren die Hähne ihre weißen Schmuckfedern am Hals und stolzieren durch die Wüste, um den Hennen zu imponieren. Auch unter Wasser sind die Kanarischen Inseln ein spektakuläres Naturparadies. Die Landschaft ist bizarr und geheimnisvoll. Seltsam aussehende Kreaturen wie Schmetterlingsrochen gleiten durch unterseeische Lavahöhlen, seltene Engelshaie lauern im schwarzen Vulkansand auf Beute. Aufgrund seiner geografischen Lage vermischen kräftige Meeresströmungen warmes Wasser der Tropen mit kaltem aus dem Nordatlantik, während aus der Tiefsee unentwegt Plankton an die Oberfläche geschwemmt wird. Das macht diese Gewässer zu einem der besten Orte auf der Welt, um Meeressäuger zu beobachten. Bis zu acht Meter und drei Tonnen schwer sind die Pilotwale. Sie brauchen täglich 50 Kilogramm Nahrung. Sie jagen meist nachts. Dabei tauchen sie bis zu 1.000 Meter tief, um an ihre bevorzugte Beute, Riesen-Kopffüßer, zu kommen. Tagsüber verbringen sie meist an der Oberfläche und widmen sich ihrem hoch entwickelten Familienleben. Sie leben in Schulen bis zu 30 Tieren und folgen einem Weibchen. Die großen Männchen, die "Machos", verteidigen die Familie gegen Eindringlinge. Winde und Meeresströmungen haben Tiere und Pflanzen zu den abgeschiedenen Inseln gebracht. Viele sind geblieben und haben sich im Laufe der Jahrtausende spezialisiert und an ein abgeschiedenes Inselleben angepasst. Neue Arten sind entstanden, die nirgendwo sonst auf der Welt existieren. Andere kommen von weither, um nur einen Teil des Jahres auf den Inseln zu verbringen. Darunter sind die Gelbschnabel-Sturmtaucher, die aus Südamerika kommen, oder die Eleonorenfalken aus Madagaskar. Sie unternehmen jedes Jahr weite Wanderungen und ziehen gut geschützt in den schroffen Vulkanklippen ihre Jungen auf. Die Kanarischen Inseln sind eine faszinierende Welt mit einer erstaunlichen Vielfalt an Klimazonen, Landschaften und Arten. Doch sie sind vor allem ein kleiner, begrenzter Kosmos, in dem alles voneinander abhängig ist. Blieben die Passatwinde aus oder würde sich die Temperatur um nur wenige Grade verändern, würden die Wälder trockenfallen und für immer verschwinden. Was dann bliebe, wäre nur noch das, womit es vor Urzeiten begonnen hat: eine kahle Vulkanwüste.

Thema:

Heute: Die Kanarischen Inseln (1/2): Nebelwald und Wüsten



Shopping Werbepause? Zeit für Spielchen!

Das könnte Sie auch interessieren

3sat Korallenriff, Rotes Meer.

Rift Valley - Der große Graben

Natur + Reisen | 22.09.2020 | 15:20 - 16:05 Uhr
3.72/5018
Lesermeinung
tv.berlin Sehenswert Berlin

Sehenswert Berlin

Natur + Reisen | 22.09.2020 | 18:15 - 19:00 Uhr
3/501
Lesermeinung
Planet Hummingbird

Costa Rica: Natur unter dem Regenbogen

Natur + Reisen | 22.09.2020 | 22:20 - 23:10 Uhr
/500
Lesermeinung
News
Tränen bei Nico Rosberg.

Dieser Pitch wirft Nico Rosberg völlig aus der Bahn: Zwei blutjunge Gründer stellen in "Die Höhle de…  Mehr

Sieben Investoren bewerten in der achten Staffel die Produkte der Gründer. Der frühere Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg ist neu dabei. Hier sehen Sie, bei welchen Produkten sie zugeschlagen haben.

Deal oder kein Deal? Das ist nun wieder die Frage in der "Höhle der Löwen": Welche Gründer können mi…  Mehr

RTL-Moderatorin Frauke Ludowig präsentiert "Exklusiv" ab sofort aus einem neugestalteten Studio.

Alle neu bei RTL: Die Nachrichtenformate des Senders erhalten ein neues Gesicht. Es ist nur der Anfa…  Mehr

Die Dokumentation "Erlebnis Erde: Die Rückkehr der Biber" zeigt, unter welchen Bedingungen die Nagetiere aktuell in Deutschland leben - und wie sie haarscharf an der Ausrottung vorbeischrammten.

Der Biber war in Deutschland so gut wie ausgerottet. Eine ARD-Doku zeigt, wie die Art hierzulande vo…  Mehr

Im 25. Film der "James Bond"-Reihe will der Agent (Daniel Craig) eigentlich in den Ruhestand gehen - doch ein wichtiger Auftrag hält ihn davon ab.

Wer könnte Daniel Craig nach seinem letzten Einsatz als James Bond ablösen? Darüber wird seit Monate…  Mehr