Irene Hauser , eine junge Schneiderin, arbeitet im Zürcher Modesalon Maison Marion und lebt gemeinsam mit ihren betagten Eltern in einer Wohnung am Stadtrand. Eines Tages wird sie nach der Arbeit von einem Auto angefahren, bleibt aber unverletzt. Sie flüchtet vor den zahlreichen Gaffern ins Auto und bittet den Fahrer, sie nach Hause zu bringen. So lernt sie den Fabrikanten Peter Frank kennen. Sie ist fasziniert vom sympathischen Mittvierziger, der sie von nun an jeden Abend nach Hause fährt. Ihren konservativen Eltern verschweigt sie vorerst, dass sie sich verliebt hat. Als Peter sie in die Oper einlädt, sich dann aber im Restaurant mit ihr versteckt, erfährt Irene auf sehr unangenehme Weise, dass ihr Angebeteter verheiratet und Vater eines fast erwachsenen Sohnes ist. Ihre Träume zerplatzen und sie zieht sich verbittert zurück. In den folgenden Tagen beantwortet sie weder seine Telefonanrufe, die der Nachbar entgegennimmt, noch seine Briefe. Da taucht Peter am Sonntag unerwartet auf, lässt sich von den nichtsahnenden Eltern bewirten und bringt Irene in Verlegenheit. Es kommt zu einer Aussprache, und Peter signalisiert, dass seine Ehe am Ende sei und er bereits die Scheidung plane. Es folgen ein paar glückliche Tage zu zweit in einem Genfer Hotel, bis Peters Frau (Margarethe Schell-Noé) anruft und ihren Mann zurückbeordert. Irene ist am Boden zerstört. Nach den beiden Männerfilmen «Füsilier Wipf» und «Wachtmeister Studer» wollte die Zürcher Praesens-Film mit «Fräulein Huser» das weibliche Publikumssegment ansprechen. Der damals erfolgreiche Roman «Im Namen der Liebe» der Aargauerin Rösi von Känel schien die ideale Vorlage zu sein, um das brisante Thema Ehebruch für ein grosses Publikum aufzubereiten. Der Film enttäuschte dann aber sowohl künstlerisch wie auch finanziell. Das Kinodebüt des aus dem Dritten Reich nach Zürich migrierten Schauspielers und Theaterregisseurs Leonard Steckel vermochte - trotz attraktiver Besetzung und technischem Know-how der Crew - nicht zu überzeugen. Publikum und Presse nahmen es den Machern insbesondere übel, dass die Vorlage aus vielerlei Rücksichten zu stark geglättet (Drehbuch: Richard Schweizer) und mit einem aufgesetzten Happy End versehen wurde. Der Film wurde aber auch zum Kinodebüt für einen jungen Schweizer Komponisten: Paul Burkhard (21. Dezember 1911 bis 6. September 1977) schrieb die Filmmusik und auch einen Song für eine muntere Modeschau. In dieser Szene ist er auch selber kurz im Bild zu sehen. Burkhard hatte seit Beginn der 30er-Jahre mehre kleine Operetten geschrieben und 1939 das musikalischen Lustspiel «Der schwarze Hecht» auf die Bühne gebracht. Das Stück ging nach dem Krieg unter dem Titel «Feuerwerk» um die Welt, und der Titelsong «O mein Papa» wurde zum internationalen Hit. Weitere Erfolge von Paul Burkhard waren später «Die kleine Niederdorfoper» oder «D'Zäller Wiehnacht».