Es gibt große Menschen und kleine Menschen. Reiche Menschen und Arme. Selbstbewusste und schüchterne. Eines eint aber die meisten davon: Sie schätzen bei hohen Temperaturen eine kleine Abkühlung. Wer nicht gerade das Glück hat, einen eigenen Pool zu Hause zu haben, neben einem See wohnt oder einen Strandurlaub gebucht hat, wenn wider Erwarten das Sommerwetter zuschlägt, der muss sich anderweitig helfen. Das Freibad ruft! Die Regisseurin ist diesem Ruf gefolgt und beobachtet gut eine halbe Stunde lang die Menschen, die sich in dem Freibad so tummeln. Und das sind eine ganze Menge. Jugendliche, die mit Freunden abhängen und unbemerkt mit dem anderen Geschlecht anbandeln wollen. Ein Junge, der sein Eis etwas unfreiwillig mit einer Wespe teilen muss. Eine ältere Dame, die eigentlich ganz gern die Sitzbank für sich gehabt hätte und nun im mündlichen Dauerfeuer einer anderen Sonnenanbeterin steht. Zwei Freundinnen, deren Verhältnis früher irgendwie schon mal besser war. Die meisten dieser kleinen, sich ständig abwechselnden Anekdoten sind mitten aus dem Leben gegriffen. So sehr, dass man dem fiktionalen Schwarz-Weiß-Film fast als Dokumentarfilm lesen könnte. Der Film kombiniert das Komische und das Ernste, das Authentische und Schrullige. "Freibadsinfonie" lässt das Publikum für eine Weile daran teilhaben, wie hier Leute den Nachmittag in einem Provinzbad verbringen. Lässt mit ihnen schwitzen, leiden, lachen. Einigen hat man während der Zeit gern Gesellschaft geleistet, andere hätte man eher weniger in seiner Umgebung gebraucht - wie es nun mal so ist, wenn man sich plötzlich den Raum mit einer Horde wildfremder Menschen teilt.