Schon drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg steht Europa wieder vor einer Herausforderung: Kann der Kontinent endlich Frieden finden? Bei den Alliierten zeigt sich nach 45 sehr schnell die alte Feindschaft zwischen der Sowjetunion und den Vereinigten Staaten. Ost und West, Kommunismus und Kapitalismus trennen Europa und Deutschland. Im Frühjahr 48 wird in Prag ein Putsch gegen das Regime gewaltsam niedergeschlagen. Stalin festigt so seine Macht im Osten Europas. In Jugoslawien bricht Tito mit Stalin und so auch mit der Sowjetunion. Die Berlinkrise wird zur Machtprobe zwischen den beiden Weltmächten und schürt die Angst vor einem neuen Weltkrieg. Juden aus ganz Europa gehen in ihr gelobtes Land Israel. Das Frühjahr 48 ist für viele Menschen ein Aufbruch. Zeitzeugen wie der Franzose Marc Ferro, der Deutsche Günter Lamprecht oder die Russin Maya Turovskaya erzählen von ihren Erlebnissen im krisengeschüttelten Nachkriegsfrankreich, von der Hoffnung auf einen demokratischen Aufbruch in der Tschechoslowakei, vom Stalinismus in Moskau. Der Film erzählt von der Euphorie in Jugoslawien über einen eigenen politischen Weg ohne die Sowjetmacht und er zeigt die Angst der Berliner, die gerade erst ihre Trümmer beiseite geschafft haben, vor den Drohgebärden der Großmächte. Texte von Anna Seghers und Simone de Beauvoir beleuchten diese Entwicklungen, die von Unsicherheit und Orientierungssuche geprägt sind. Selten gezeigtes Archivmaterial lässt den Zuschauer in die Zeit blicken, in der entscheidende Weichen für die Zukunft des Kontinents gestellt werden.