Geheimakte Sakrileg

  • Bei der Renovierung der Kirche von Rennes-le-Château soll Abbé Saunière um 1890 ein geheimnisvolles Pergament entdeckt haben. Vergrößern
    Bei der Renovierung der Kirche von Rennes-le-Château soll Abbé Saunière um 1890 ein geheimnisvolles Pergament entdeckt haben.
    Fotoquelle: ZDF/IFAGE Filmproduktion
  • Das Anwesen des Abbé Sauniere im südfranzösischen Rennes-le-Chateau - malerischer Hintergrund für eine abenteuerliche Geschichte. Vergrößern
    Das Anwesen des Abbé Sauniere im südfranzösischen Rennes-le-Chateau - malerischer Hintergrund für eine abenteuerliche Geschichte.
    Fotoquelle: ZDF/IFAGE Filmproduktion
  • Bei der Renovierung der Dorfkirche von Rennes-le-Château fand der umstrittene Priester Saunière angeblich geheimnisvolle Dokumente. Vergrößern
    Bei der Renovierung der Dorfkirche von Rennes-le-Château fand der umstrittene Priester Saunière angeblich geheimnisvolle Dokumente.
    Fotoquelle: ZDF/IFAGE Filmproduktion
Report, Dokumentation
Geheimakte Sakrileg

Infos
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2005
ZDFneo
So., 10.06.
10:45 - 11:30
Der Mythos von Rennes-le-Château


Ende des 19. Jahrhunderts kam der französische Gemeindepriester Abbé Saunière zu unerklärlichem Reichtum. Bei der Renovierung seiner Kirche wurde ein rätselhaftes Pergament gefunden. Die mysteriöse Gesellschaft "Prieuré de Sion" entwickelte nach dem Fund eine Verschwörungstheorie. Unter ihren Mitgliedern, so heißt es, kursiert ein Geheimwissen, das die gesamte christliche Überlieferung aus den Angeln heben könnte. Am erfolgreichsten bereitete der amerikanische Autor Dan Brown die vielfach aufgelegte These in seinem Roman "Sakrileg" auf. Dan Brown stützt sich auf den Sachbuch-Bestseller "Der heilige Gral und seine Erben". Darin poliert der britische Journalist Henry Lincoln mit zwei Co-Autoren den schlagzeilenträchtigen Stoff auf, obwohl sich das ominöse Dokument aus Rennes-le-Château längst als modernes Papier aus einem Schreibwarenladen und somit als üble Fälschung entpuppt hatte. Wie die Verfasser behaupten, kam Saunière durch die Entdeckung des Pergaments zufällig hinter das Geheimnis der "Prieuré de Sion". Die jahrhundertealte, eingeschworene Gemeinschaft bewahre ein explosives Wissen, schreiben sie: Jesus hatte Kinder mit Maria Magdalena. Ihre Nachkommen heirateten in die Linie der Merowinger, der ersten französischen Könige, ein. Der "Schatz", von dem der Text spricht, sei eben jenes Geheimwissen über die "Blutlinie" Jesu, das über den Merowingerkönig Dagobert zu den Tempelrittern gelangte und schließlich an die "Prieuré de Sion" weitergegeben wurde. Als Beweis für die spektakuläre These führt das Team um Lincoln unter anderem ein Dokument aus der Bibliothèque Nationale in Paris an. Dort liegt ein kleines Konvolut von Papieren aus einem privaten Nachlass. Es enthält tatsächlich eine Liste aller vermeintlichen Vorsitzenden der "Prieuré de Sion", darunter so illustre Personen wie Leonardo da Vinci, Isaak Newton, Victor Hugo oder Jean Cocteau. Die Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1967 - so viel verrät das Deckblatt. Wie viele andere, sieht auch "Sakrileg"-Autor Dan Brown in der unscheinbaren Zettelsammlung den überzeugenden Beweis für die Existenz der prominenten Verschwörerbande. Die Recherchen des "Terra X"-Teams kommen zu einem ganz anderen Ergebnis. Sie führen auf die Spur des Franzosen Pierre Plantard, eines Hochstaplers und verurteilten Betrügers. 1956 gründete er in der Nähe von Genf einen katholischen Laienverein, eben jene angeblich jahrhundertealte "Prieuré de Sion". Wie es ihm, seinen Freunden und einer Reihe von Schriftstellern gelang, den harmlosen Club zur angeblich größten Verschwörung in der Geschichte der Menschheit hochzustilisieren, ist ein Coup, der im internationalen Journalismus keine Parallele findet. Die filmische Detektivgeschichte entzaubert in aufwändigen Inszenierungen und Dokumentaraufnahmen die gewinnträchtige Legende, die nicht nur in Rennes-le-Château seit vielen Jahren die Kassen klingeln lässt. Eine Legende, die eigentlich gar keine ist. Selbst die immensen Summen, mit denen Abbé Saunière seinen prächtigen Landsitz finanzierte, finden eine profane Erklärung. Sie stammen von gutgläubigen Katholiken, die dem Priester Geld schickten, damit er Messen für sie lese. Doch sein Leben reichte nicht aus, um die unzähligen Gottesdienste zu halten, für die er im Voraus entlohnt wurde.

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