Geheime DDR - Verbotene Orte der Macht
20.06.2026 • 12:00 - 12:45 Uhr
Info, Geschichte
Lesermeinung
Offiziell wurde in der DDR die Verbundenheit von Führung und Volk propagiert. Tatsächlich schotteten sich die führenden Genossen vom Alltag der DDR-Bürger ab – wie hier in der Politbüro-Siedlung Wandlitz, umgeben von einer fünf Kilometer langen Betonmauer
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Offiziell wurde in der DDR die Verbundenheit von Führung und Volk propagiert. Tatsächlich schotteten sich die führenden Genossen vom Alltag der DDR-Bürger ab – wie hier in der Politbüro-Siedlung Wandlitz, umgeben von einer fünf Kilometer langen Betonmauer
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Die Spitzenfunktionäre der DDR-Staatspartei SED lebten in abgeschirmten Siedlungen und übten ihre Macht im Geheimen aus. Verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit gingen Erich Honecker und andere auch ihrer Jagdleidenschaft nach.
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Originaltitel
Geheime DDR - Verbotene Orte der Macht
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Info, Geschichte

Geheime DDR - Verbotene Orte der Macht

Ein Villenviertel in Berlin-Pankow, die Politbüro-Siedlung in Wandlitz oder das Jagdschloss Hubertusstock: Von Anfang an schottete sich die Führungselite der DDR von der eigenen Bevölkerung ab. An diesen geheimen Orten der Macht wurde Politik gemacht - in informellen Zirkeln der Parteiführung, verborgen vor den Augen der DDR-Öffentlichkeit. Der Herbst 1989 setzte dem ein Ende, doch die ehemaligen Schaltzentralen der Macht bergen bis heute Geheimnisse. Schon 1949 hatte die SED-Führung ein Villenviertel in Berlin-Pankow, das die sowjetische Besatzungsmacht zum Sperrgebiet erklärt hatte, als geschlossene Wohnsiedlung für die Spitzenfunktionäre übernommen. Die Besitzer der Häuser wurden enteignet. Als es den Funktionären nach dem Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 im sogenannten Städtchen auf Dauer zu unsicher schien, begann der Bau einer abgeriegelten Siedlung bei Wandlitz nördlich von Berlin. Dort lebten die gut 20 Politbüro-Mitglieder mit ihren Familien ab 1960, weit weg vom Alltag der DDR-Bevölkerung, umgeben von mehr als 600 Angestellten und im Genuss einer "Sonderversorgung" - Westwaren inklusive. Auch die Ablösung des langjährigen Staats- und Parteichefs Walter Ulbricht betrieb der designierte "Kronprinz" Erich Honecker an einem verborgenen Ort. Ende April 1971 begab sich Honecker mit bewaffnetem Begleitschutz in Ulbrichts Feriendomizil Döllnsee und legte seinem langjährigen Förderer ein vorformuliertes Rücktrittsgesuch vor. Die Telefonleitungen hatte er vorsorglich kappen lassen. Bei Jagdausflügen mit Kremlchef Leonid Breschnew in der Schorfheide, einem Waldgebiet bei Berlin, hatte er zuvor die Zustimmung zum Machtwechsel erlangt. Ulbricht blieb keine Wahl: Er musste dem Rücktritt "aus Altersgründen" zustimmen. 18 Jahre später, 1989, war es dann Honecker, der sich in Döllnsee von einer Operation erholte und nicht wahrhaben wollte, wie sich die Lage im Land immer mehr zuspitzte.

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