Auf dem Liebiwyl-Hof leben der Bauer Christen , seine Frau Änneli , die Söhne Resli und Christeli sowie die Tochter Annelisi einträchtig zusammen. Die Harmonie wird gestört, als sich Christen vom hinterlistigen Dorfschreiber zur Spekulation mit Mündelgeldern überreden lässt. In der Folge geht das ganze Geld verloren, und der geprellte Bauer muss der Gemeinde den Schaden aus der eigenen Tasche begleichen. Das erregt Ännelis Zorn, deren grosse Hilfsbereitschaft vom immer knauseriger werdenden Christen gebremst wird. Ein böses Wort gibt das andere, und bald stehen die Eheleute vor einem Scherbenhaufen. Auch die Kinder leiden unter der unfreundlichen Stimmung auf dem heimischen Hof. Erst ein Kirchgang zu Pfingsten und die entsprechende Predigt lassen eine Versöhnung möglich werden. In der Pfingstnacht geht in der Nähe ein Hof in Flammen auf. Resli hilft beim Löschen und trifft dabei auf Anne-Mareili , die Tochter des Dorngrüt-Bauern . Sie ist ihm schon am Nachmittag beim Tanz aufgefallen, und die beiden verlieben sich ineinander. Doch der Dorngrüt-Bauer hat nur Geld im Sinn und will seine Tochter an den reichen Kellerjoggi verschachern. Die Werbung von Resli duldet er nur, um den Preis für Anne-Mareili in die Höhe zu treiben. Das will die junge Frau nicht länger ertragen; sie fleht ihre resignierte Mutter um Hilfe an. Gleichzeitig kann sie aber nicht begreifen, dass Resli die skandalösen Forderungen ihres Vaters nicht erfüllen will und damit ihr gemeinsames Glück gefährdet. Jeremias Gotthelf (1797 bis 1854) hatte «Geld und Geist oder Die Versöhnung» in Fortsetzungen geschrieben. Der erste Teil reichte nur gerade bis zur Versöhnung der Eheleute auf Liebiwyl und endet mit dem Brand des Bauernhofes. Der restliche Teil des Romans erschien erst ein Jahr später und endete mit dem lakonischen Satz «Somit ist die Erzählung 'Geld und Geist' vollendet.» 167 Jahre nach der ersten Veröffentlichung ist das Thema dieser Erzählung wieder brandaktuell. Gewinnsucht und Raffgier haben die moderne Welt in eine tiefe Krise gestürzt. Der gläubige Pfarrer und Dichter aus dem Emmental hätte sich wohl nicht allzu sehr darüber gewundert, denn die Schwächen seiner Mitmenschen und speziell ihre Anfälligkeit auf die Verführungen durch den schnöden Mammon waren ihm schmerzlich bewusst. Regisseur Franz Schnyder hat sich an diesen ebenso eindrücklichen wie poetischen Roman erst sehr spät gewagt. Er kam als seine sechste und letzte Gotthelf-Verfilmung 1964 in die Kinos - in Farbe und Breitwand. Mit dem beachtlichen Budget von einer Million Schweizer Franken konnte Schnyder sein Werk aufwendig ausstatten und hochkarätig besetzen. Die Hauptrollen verkörpern Margrit Winter, Erwin Kohlund, Ruedi Walter, Margrit Rainer, Max Haufler Elisabeth Berger sowie Peter Arens.