Martin ist ein Ex-Bohemien alter Pariser Schule, der mehr oder weniger freiwillig die väterliche Bäckerei eines kleinen Dorfes in der Normandie übernommen hat. Was von den Ambitionen seiner Jugend übrig geblieben ist, sind seine blühende Fantasie und eine flammende Leidenschaft für die große Literatur, insbesondere die Romane von Gustave Flaubert. Da ist es kein Wunder, dass Martin bei der Ankunft zweier junger Eheleute aus England hellhörig wird: Die Neuankömmlinge heißen nicht nur Gemma und Charles Bovery (Gemma Arterton, Jason Flemyng), auch ihr Verhalten scheint geradewegs von Flauberts Helden inspiriert zu sein. Martin sieht die Chance gekommen, seinem tristen Alltag entfliehen zu können und neben dem täglichen Brotteig auch das Schicksal zweier Menschen zu formen. Mit "Gemma Bovery - Ein Sommer mit Flaubert" adaptierte Regisseurin Anne Fontaine den Roman "Madame Bovary" des französischen Schriftstellers Gustave Flaubert und schuf damit eine moderne und komische Neuinterpretation des Klassikers. Grundlage für ihre Verfilmung war zu großen Teilen der Graphic Novel von Posy Simmonds, der ein vielschichtiges Panoptikum über geheime Sehnsüchte, Träume und Lebenslügen, Betrug und Enttäuschung sowie Ehebruch und seine Konsequenzen geschaffen hat. Neben Frankreichs Schauspielgröße Fabrice Luchini stehen die Britin Gemma Arterton ("James Bond 007 - Ein Quantum Trost") in der Titelrolle, Jason Flemyng ( "Große Erwartungen") als Gemmas Mann Charlie sowie der Frankokanadier Niels Schneider ("Herzensbrecher") als Gemmas junger Liebhaber Hervé vor der Kamera.