Superreiche, Superschöne und Superverlierer sind die Antihelden des preisgekröntes Dokumentarfilms von Lauren Greenfield über ein Amerika des schönen Scheins und der Dekadenz. Seit 25 Jahren beschäftigt sich die Fotografin aus Los Angeles in ihren Arbeiten mit Geld, Macht und Reichtum. Sie besucht die Menschen, die im Luxusmodus leben, aber auch die, die nur davon träumen. Eine Studie des "American Dream" als Licht- und Schattenspiel. Nach ihrem Studium in Harvard richtete Greenfield ihre Kamera auf die Auswüchse des amerikanischen Glücksversprechens und porträtiert seither mit Vorliebe Machthungrige, die nach grenzenlosem Materialismus und Ruhm streben. Wobei sie als Mutter die Frage nach Haben oder Sein durchaus auch in ihrer eigenen Familie stellt, die ebenfalls zur akademischen Oberschicht zählt. Das hat ihr Kontakte verschafft wie den zum ehemaligen Big Player und Hedgefonds-Manager Florian Homm, der mittlerweile wegen Wirtschaftskriminalität auf der Fahndungsliste des FBI steht. Ihn kennt Greenfield noch aus Studientagen. Im Film gewährt der Deutsche, der inzwischen in Kronberg im Taunus im Exil lebt, ungewöhnliche Einblick in sein früheres Leben auf der Überholspur. Das Magazin "Der Spiegel" sieht in "Generation Wealth" ein Sinnbild unserer Zeit: Der Film sei wie ein Autounfall, "man muss hingucken, ob man will, oder nicht." Spätestens mit Donald Trump, erklärt Greenfield im Interview, habe sich ein Kulturwandel manifestiert: "In gewisser Weise hat er bestätigt, was ich die beiden Jahrzehnte zuvor in der Kultur dokumentiert habe. Er ist im Grunde die Apotheose der 'Generation Wealth' und ein Ausdruck dieser Werte." Parallel zum Film hat Greenfield ihre Fotografien in namhaften Museen ausgestellt. In Deutschland waren ihre Werke unter anderem in den Hamburger Deichtorhallen zu sehen.