Glanz und Elend im Reich der Zaren - Das Russische Welterbe

Report, Dokumentation
Glanz und Elend im Reich der Zaren - Das Russische Welterbe

SWR
Sa., 19.05.
08:15 - 09:00


Baden-Baden, die vielleicht "russischste" Stadt Deutschlands ist der Ausgangspunkt für die Reise von Max Moor zu einigen von Russlands Weltkulturerbestätten. Die erste Station von Max Moors Reise ist Moskau. Die Unesco hat den Kreml und den Roten Platz zum Welterbe erklärt. Auf den Kreml mit seinen unzähligen Kirchen, prächtigen Palästen und der Schatzkammer richten sich immer noch die Blicke der Welt. Fürst Yuri aus Suzdal ließ im 11. Jahrhundert auf einem Hügel über der Moskwa eine Jagdhütte errichten. Aus dieser Hütte erwuchs die Festung Russlands, der Kreml. Es gibt ein russisches Sprichwort das lautet: "Über der Stadt ist der Kreml, über dem Kreml nur Gott." Das Wahrzeichen des Roten Platzes ist die Basiliuskathedrale. Sie erinnert an das Trauma Russlands, den Mongolensturm. Als Denkmal für den Sieg über die Mongolen ließ Iwan der Schreckliche diese Kirche erbauen. Acht Tage dauerte der entscheidende Kampf, für jeden Schlachttag wurde um den Hauptturm eine Kapelle errichtet. Sankt Petersburg musste oft seinen Namen wechseln. Nach der Russischen Revolution hieß sie Petrograd. Nach Lenins Tod, Leningrad. Bis 1991 das Volk abstimmen durfte und den alten Namen wieder aufleben ließ. Max Moor erinnert in dem Film an den Mythos der Stadtgründung. Dort wo die Newa in die Ostsee mündet, suchte an einem nebligen Frühjahrstag im Jahr 1703, ein russisches Reitertrüppchen eine geeignete Stelle an der man, für den Krieg gegen Schweden einen Hafen und eine Festung erbauen könne. Für den Zaren war dieses Sumpfgebiet ein Bild der Verheißung. Mit seinem Bajonett schnitt er zwei Streifen Torf aus dem Boden, legte sie in Kreuzform übereinander und sprach: "Hier soll eine Stadt entstehen." Für die künftige Hauptstadt des größten Landes Europas hätte es keinen weniger geeigneten Ort geben können. Dennoch, an dieser Flussmündung entstand innerhalb von wenigen Jahren eine Stadt. Eine Viertelmillion Leibeigene und Soldaten schufteten rund um die Uhr, um sie zu erbauen. Als Sankt Petersburg schließlich fertig war, wirkte sie wie eine Zauberstadt. Alles an ihr schien so glanzvoll, dass die Menschen sie schon bald mythisch überhöhten. Peter der Große wollte ein "Fenster zum Westen". Nur so könne sich im rückständigen Russland Kunst und Zivilisation entwickeln. In Amsterdam hatte der Zar als Zimmermann gearbeitet und dabei erfahren, was Modernität bedeutet. Deshalb sollte seine neue Stadt eine Hafenstadt sein mit Kanälen und Brücken. Das heutige Bild von St. Petersburg ist ein Mix aus Barock, Rokoko und Klassizismus.


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