Gottfried Wilhelm Leibniz - Das verkannte Genie

Report, Dokumentation
Gottfried Wilhelm Leibniz - Das verkannte Genie

Infos
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2016
MDR
Do., 21.03.
23:05 - 23:35


Vielen gilt er heute als das letzte Universalgenie: Gottfried Wilhelm Leibniz. Ein streitbarer Kosmopolit, der visionär die Welten der Philosophie mit der Physik und Mathematik verknüpfte. Ein Schnelldenker, ein Feuerkopf voller Ideen: Er konstruierte Windmühlen für die Entwässerung der Bergstollen, wollte als deutscher Diplomat den Sonnenkönig Ludwig XIV. zum Krieg gegen Ägypten überreden - um ihn von der Eroberung Europas abzuhalten. Er baute die erste automatisierte Rechenmaschine für die vier Grundrechenarten, entwickelte das binäre Zahlenmodell und damit die Grundlagen der Informatik des 20. Jahrhunderts. Leibniz erfand die Differential- und Integralrechnung - und stritt mit Newton um die Urheberschaft. Er reiste durch ganz Europa, um die Geschichte der Welfen zu erforschen und schlug quasi nebenbei Kaiser Leopold in Wien eine Wirtschafts- und Finanzreform vor - akribisch ausgearbeitet und hochmodern. Und er legte die Grundlagen für die erste allgemeine Feuerversicherung. Es scheint nichts zu geben, was ihn nicht interessierte. Seine Maxime: Theoria cum praxi - die Wissenschaft soll allen Menschen nützlich sein. Nur eines fiel völlig aus seinem Fokus: eine Frau, Kinder, Familie. Den privaten Leibniz scheint es nicht zu geben, ein bürgerliches Leben mit der Trivialität des Alltags will ihm nicht gelingen. Unter den 15.000 Briefen, die er in seinem Leben schreibt, findet sich kein einziger Liebesbrief. Leibniz war ein Gerechtigkeitsfanatiker. "Wir leben", so schrieb er einmal, "in der besten aller möglichen Welten". Er wollte sie noch ein wenig besser hinterlassen. Am 14. November 1716 stirbt er als verkanntes Genie.


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