Nirgendwo auf der Welt findet sich Vergleichbares - ein gigantisches, größenwahnsinniges architektonisches Gebilde: Prora auf Rügen. Ein vergessener Ort, der zwei historische Kapitel vereint. Zwei Kapitel der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts: das des Nationalsozialismus und das der DDR. Der "Klotz des Führers", der "Koloss von Rügen", das "Monster am Meer" ist eines der größten Gebäude der Welt - mit 4,5 Kilometern ganz sicher das längste. Ein Mythos, genährt von Nazi-Monumentalität und DDR-Militarismus. Prora ist einer der Prestigebauten des "Dritten Reiches", das unvollendete "Seebad der 20 000". "Kraft durch Freude" (KdF) heißt das Programm, das die Massen für den Eroberungskrieg stärken soll. Hitlers Architekt Clemens Klotz beginnt 1936 mit dem Bau, 1939 folgt der Baustopp. Nach dem Krieg verschwindet Prora von der Landkarte. Die NVA zieht in das militärische Sperrgebiet ein - und mit ihr eine der berüchtigtsten Kasernen der DDR. Nach der Wende dann der Verfall.