Ein Hochbeet ist der Traum vieler Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner. In Sipplingen am Bodensee baut Landschaftsgärtner Dieter Maike für Küchenkräuter ein besonders schönes Exemplar in Trockenbauweise aus Naturstein. Das ist eine jahrtausendealte Kulturtechnik, die seit 2018 von der UNESC0 zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde. Dieter Maike und seine Kolleginnen und Kollegen verbauen für dieses Schmuckstück 7,5 Tonnen Stein und Kies. Der Stein, den Maike für das Mauerwerk benutzt, ist ein gebrauchter Rohrschacher Sandstein aus der Schweiz. Der graue Stein kommt aus der Bodenseeregion und passt hervorragend in die Landschaft. Mit Präzision, Genauigkeit und Muskelkraft wird jeder einzelne Stein mit Hammer und Meißel bearbeitet. Die mühsame Arbeit erfordert viel Ausdauer, denn so ein Stein wiegt bis zu 80 Kilo. Drei Tage dauert es, bis auf diese Weise die Mauern des Beets fertiggestellt sind. Die meisten Küchenkräuter lieben es trocken, deshalb ist die Drainage des Beets besonders wichtig. Dieter Maike hintermauert das Beet von innen mit großen Bruchsteinen, den sogenannten Schroppen, und verfüllt den Rest zu großen Teilen mit Kies. So kann bei Regen das Wasser gut abgeleitet werden. Erst knapp unter dem oberen Rand des Beets beginnt die Pflanzschicht. Hierfür wird dem Kies Humuserde beigemischt. So entsteht ein perfekter Nährboden, der sich nun zur Bepflanzung der Trockenheit liebenden Kräuter eignet. Ein Hochbeet aus Naturstein hat viele Vorteile: Es speichert die Wärme besonders gut und verlängert dadurch die Kulturzeiten der Pflanzen. Es verringert Schädlingsbefall und ist darüber hinaus noch rückenschonend. In den Ritzen und Fugen des Mauerwerks finden Insekten, Spinnen und Amphibien Rückzugsmöglichkeiten. Dieses Hochbeet ist quasi für die Ewigkeit gebaut und leistet ganz nebenbei auch noch einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz.