Hauptsache Kultur
Kultur, Kunst + Kultur • 10.06.2021 • 22:30 - 23:00
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Originaltitel
Hauptsache Kultur
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Kultur, Kunst + Kultur

Hauptsache Kultur

Urban, Street…Art! Warum mehr Kunst an die frische Luft sollte: Kunst zum Anfassen und Hinschauen; - nicht im Museum sondern draußen ! Gehört der Kunst im Freien die Zukunft ? Und welche neuen Projekte entstehen durch Corona ? In Pandemiezeiten erlebt die Streetart jedenfalls ganz neuen Auftrieb und Schiffscontainer werden plötzlich zu gläsernen Galerien. hauptsache kultur über die quARTainer von 3step aus Gießen, legale Graffiti in Kassel und den Frankfurter Stadtaktionisten Philipp Schäfer, der nicht nur Gullydeckel verziert. Außerdem spricht Cécile Schortmann mit Jasmin Siddiqui von Herakut, einer der international gefragtesten Streetart Künstler*innen. quARTainer für die Kunst – aus offenen Schiffscontainern werden Ausstellungsräume: Im Gießener Industriegebiet stellt das Künstlerkollektiv 3Steps quARTainer auf. quARTainer, eine Wortschöpfung. Sie setzt sich zusammen aus Quarantäne und Container. In der Mitte steht ART, die Kunst. In ihnen sollen Künstler*innen wieder Werke ausstellen können. Die umfunktionierten Container sind nach einigen Seiten verglast und von der Straße einsehbar. So soll die Kunst in Pandemiezeiten raus aus ihrem Schattendasein. Das Kollektiv um die Zwillingsbrüder Kai und Uwe Krieger hat Erfahrung mit der Kunst auf der Straße. Seit Jahren machen sie Street Art. Ihre oft riesigen Wandbilder schmücken die Fassaden von Gebäuden, Unterführungen und Hallen. Kai und Uwe Krieger wollen aktiv die Kunst zum Publikum bringen. Das ist auch die Grundidee der quARTainer als Antwort auf die Pandemie: Und sie haben eine Vision: ihre quARTainer sollen auch in anderen Städten stehen. Sie hoffen, dass ihr Modell in ganz Europa Schule macht. Beitrag: Uli Zimpelmann https://3steps.de Kunst im öffentlichen Raum - legale Graffiti erobern die Stadt: Kunst machen ist möglich in Zeiten der Pandemie, Corona zum Trotz. In Kassel ist es augenfällig: Graffiti ist dort regelrecht aufgeblüht. Und längst sind die Sprayer*innen dabei, ihr Image als illegale Nacht-Nebel-Aktionisten abzuschütteln. Die Stadt Kassel hat den Künstler*innen 2000 Quadratmeter Wand zur Verfügung gestellt; und dann ist da noch die Fassade der Arnold-Bode-Schule in der nordhessischen Großstadt. Dort schaut neuerdings das überlebensgroße Porträt von Joseph Beuys von der Wand. Eine Referenz an den großen Künstler, der mit seiner Aktion der 7000 Eichen die Documenta 1982 geprägt hat. Beitrag: Uli Zimpelmann https://hier-im-quartier.de Das international gefragte Künstlerduo "Herakut": Dahinter stecken die in Frankfurt aufgewachsene Jasmin Siddiqui alias Hera und Falk Lehmann alias Akut, ursprünglich aus Tübingen. Die beiden haben sich vor 17 Jahren bei einem Urban Art Festival in Spanien kennen gelernt und arbeiten seitdem sehr erfolgreich zusammen. Ihre Bilder sind auf allen Kontinenten zu finden – von Sao Paolo in Brasilien - über Nepal - bis nach Hawaii. Oft schauen die Figuren darauf melancholisch, und es steht immer ein nachdenklicher Spruch dabei. Ihre Kunst will nicht nur dekorativ sein sondern aufrütteln: Im ugandischen Kampala teilt ein Mädchen sein Wasser mit einem Kranich : "Nature said, wie should share her gifts" (die Natur will dass wir ihre Geschenke teilen); eine Anspielung auf die weltweit ungerechte Verteilung von sauberem Trinkwasser. In Berlin prangern Herakut die zunehmende Wasserverschmutzung durch Plastikmüll an. In Chicago fordern sie das Ende von Rassismus und beteiligen sie sich an der Black Lives Matter-Bewegung. Auch in Frankfurt haben sie schon viele Wände bemalt. http://www.herakut.de/ Stadt-Verschönerungs-Aktionist Philipp Schäfer verziert Gullydeckel: Er steckt Toastbrote in die Rillen von Kanaldeckeln oder verziert Gullys mit Pantherfiguren und Oktopus-Armen. Es sind kleine, auf den ersten Blick absurde Interventionen, die der Künstler Philipp Schäfer im Frankfurter Stadtraum durchführt. Doch mit ihnen gelingt es ihm, unser Bild von der Finanzstadt zu hinterfragen. Ursprünglich sprühte er anonym kleine Gesichter auf Häuserwände, pointiert gesetzt, aber nicht legal. Die "Cityghosts" machten ihn in Frankfurt berühmt – und wurden auch in anderen Städten kopiert. Mittlerweile hat er sich vom illegalen Sprayen verabschiedet und verziert unter seinem bürgerlichen Namen Gullydeckel. Was ziemlich bizarr klingt, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Gerade in einer Stadt wie Frankfurt, die mit Mietsteigerungen und Vertreibungen von alteingesessenen Bewohner*innen zu kämpfen hat, stellt sich mit solchen Arbeiten die Frage: Wem gehört die Stadt? Bericht: Ulrich Zimpelmann https://philippalexanderschaefer.de/ Über die Kunst im Kreisel: Lustiger wird der Straßenverkehr nicht unbedingt durch Kreisel, aber sicherer. Na, und wenn wir einfach Kunstwerke auf diese Verkehrsinseln stellen, dann ist das Drumherumfahren auch nicht so eintönig. Die Taunus-Stadt Idstein macht vor, wie es geht, und hat sich einiges einfallen lassen. Vorsicht nur, dass Ihnen nicht schwindelig wird vor geballter Gestaltungskunst… Beitrag: Uli Zimpelmann
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