Heimkehr aus dem Osten

Report, Geschichte
Heimkehr aus dem Osten

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Do., 05.07.
06:15 - 06:30
Peter Limbourg


Deutschland 1955: Ungezählte Deutsche warten, hoffen auf Rückkehr ihrer Angehörigen, die noch immer in der Sowjetunion als Kriegsgefangene, als Verschleppte festgehalten werden. Es gibt kein Problem, das vergleichbar die Menschen umtreibt und die öffentliche Meinung dominiert - im westlichen Deutschland jedenfalls, im östlichen ist es ein Tabu. In dieser Situation folgt Bundeskanzler Konrad Adenauer der Einladung der sowjetischen Regierung und besucht vom 8. bis zum 13. September 1955 Moskau. Der Kreml will diplomatische Beziehungen mit Adenauer vereinbaren: Als einen entscheidenden Schritt hin zur von den Sowjets angestrebten weltweiten Anerkennung der Spaltung Deutschlands. Der Kanzler ist mit großer Delegation angereist, mit Außenminister Heinrich von Brentano, den Staatssekretären Walter Hallstein und Felix von Eckardt und einer Vielzahl weiterer Beamter. Für den Bundestag sind die Abgeordneten Carlo Schmid von der SPD und Kurt Georg Kiesinger von der CDU dabei. KP-Chef Nikita Chruschtschow und Ministerpräsident Nikolai Bulganin lassen zunächst keinerlei Entgegenkommen in der Frage der Kriegsgefangenen erkennen. Adenauer signalisiert den Abbruch des Besuches, als es doch noch zum Deal kommt: Botschafteraustausch zwischen Bonn und Moskau, dafür Freilassung der deutschen Gefangenen. Kurz nach Adenauers Rückkehr treffen die etwa 10.000 Gefangenen in der Heimat ein. Einer, der als Beamter des Auswärtigen Amtes in Moskau mit von der Partie war, erinnert sich: Peter Limbourg, später Bonns Botschafter in Athen und Brüssel.


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