Herr der langen Finger - Der Bildhauer Volkmar Kühn

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    Volkmar Kühn inmitten seiner Werke
    Fotoquelle: MDR/Daniel Baumbach
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    Einde Plastik von Volkmar Kühn
    Fotoquelle: MDR/Daniel Baumbach
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    Der Bildhauer Volkmar Kühn bearbeitet eine Figur.
    Fotoquelle: MDR/Daniel Baumbach
Report, Porträt
Herr der langen Finger - Der Bildhauer Volkmar Kühn

MDR
Do., 20.09.
23:05 - 23:35


Es gibt keinen Bildhauer in Thüringen, der mit seinen Werken in der Öffentlichkeit präsenter ist als Volkmar Kühn. Seine charakteristischen Figuren und Figurengruppen prägen die Ortsbilder von Erfurt, Gera, Rudolstadt, Ilmenau, Greiz oder Kloster Paulinzella. Nicht zu vergessen: Kloster Mildenfurth im ostthüringischen Wünschendorf. Seinen Wohnort hat er in Jahrzehnten zu einem Skulpturen-Park und einer historischen Galerie gemacht hat. Kühns Werk zeichnet sich aus durch großes handwerkliches Können, unverwechselbare figurative Ästhetik und besonderes Wissen über die Tieranatomie. Und trotzdem, so sagte ein Kunstkritiker, wurde "der kleine große Mann von der Kunstwelt ein wenig vergessen". Die Ruine des alten Prämonstratenser-Klosters aus dem 12. Jahrhundert ist ein verwunschener Ort - vor allem durch die Skulpturen von Volkmar Kühn. Seit 50 Jahren leben er und seine Frau im und am ehemaligen Kloster, das im 16. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut, aber nie vollendet wurde. Menschen mit Pferdeköpfen, Schlangenmenschen, Reiter zu Pferde, Bischöfe - androgyn, mit spitzen Nasen, langen Armen und langen Fingern, mit sparsamer Mimik und Gestik, manche durch Masken verhüllt, fast alle nackt und mit deutlich ausgeformten Geschlechtsteilen. Die Anlage liegt noch ein bisschen im Dornröschenschlaf, nicht zuletzt, weil es an Ideen und Geld für eine umfassende Nutzung fehlt. Doch seit Jahrzehnten kämpfen die Kühns für deren Erhaltung und Neunutzung. Und der Bildhauer schafft durch seine Kunst Bezüge zur Vergangenheit. Fast symbolhaft ist sein "Mildenfurther Kreuzmensch", der am monumentalen Westportal der früheren Klosterkirche steht. Auch die drei Mönche an der Mauer zum heutigen Schlossgebäude weisen auf die Klosterkirche hin, von der man heute nur noch mit Blick auf den Grundriss die Ausmaße erahnen kann. Der Film von Daniel Baumbach erzählt Volkmar Kühns Lebensgeschichte - von den Anfängen vor über 70 Jahren im thüringischen Königsee, seiner frühen Neigung zur Kunst, seiner Ausbildung zum Keramik-Modelleur, seiner Arbeit als Tierpfleger im Leipziger Zoo, seinem späterem Kunststudium ebenfalls in Leipzig sowie der mittlerweile Jahrzehnte langen Arbeit als freier Künstler, der immer Auftragskunst ablehnte und nur schuf, was ihm wichtig erschien. Kühn ist ein eigenwilliger Charakter, der Tiere, wie seine Deutsche Dogge, über alles liebt, mit den Menschen und der Aufgeregtheit der Gegenwart aber weniger klarkommt. Seine Kämpfe mit der Denkmalpflege für eine Nutzung Mildenfurths im Hier und Jetzt werden genauso thematisiert, wie seine künstlerische Bedeutung und die Frage nach dem, was von ihm und seiner Kunst bleibt. Weggefährten, Kunstexperten und Sammler kommen zu Wort kommen - über einen Künstler, der einer der ganz Großen im mitteldeutschen Raum ist, aber bisher nur wenig nationale und internationale Beachtung erfuhr.


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