DDR/BRD, 1953. Die junge Fabrikarbeiterin Anna Kaminski lebt unmittelbar an der Zonengrenze in Thüringen. Ihr Sohn Jochen, dessen Vater im Krieg gefallen ist, ist bei den Großeltern in Bayern, nur wenige Kilometer entfernt, in der BRD untergekommen. Um ihn zu sehen, schließt sich Anna einer Gruppe von Republikflüchtlingen an und stiehlt sich heimlich über die Grenze. Dabei wird sie leicht angeschossen, und als der bayerische Grenzpolizist Carl Altmann sie findet, hilft er ihr. An diesem Tag entschließt sich Anna, ihren Sohn gegen den Willen der Großeltern mit in den Osten zu nehmen. Erneut hilft Carl ihr und beide verlieben sich ineinander. Doch treffen können sie sich nur im Niemandsland, in einem verlassenen Bahnhof zwischen den beiden deutschen Staaten. Denn Anna wird im Westen als Kindesentführerin gesucht und Carl im Osten als "imperialistischer Spion". Als Anna mit ihrem Sohn endgültig in den Westsektor fliehen will, ist die Grenze schon fast komplett dicht - und die Geschichte einer Liebe nimmt ein tödliches Ende. Helmut Käutners berühmter Film über die deutsch-deutsche Teilung bringt in der Form eines klassischen Melodramas einige damals unpopuläre Wahrheiten unter: zum Beispiel wie sehr der Materialismus in der BRD als dicke Decke über die Vergangenheit ausgebreitet wird; wie sich das Überwachungsregime in der DDR immer weiter ausbreitet; oder wie sehr all diese Menschen an Körper und Geist versehrt aus dem Krieg zurückgekehrt sind. Für die Grenze, die eigentlich niemand will, möchte niemand verantwortlich sein ... Aber alle tun weiterhin ihre Pflicht.