Hinrichtung auf offener Straße

  • Soghomon Tehlirian im Gerichtssaal: Sein Prozess endete mit einem Freispruch und förderte Talât Paschas Schuld am Völkermord an den Armeniern zutage. (Rekonstruktion) Vergrößern
    Soghomon Tehlirian im Gerichtssaal: Sein Prozess endete mit einem Freispruch und förderte Talât Paschas Schuld am Völkermord an den Armeniern zutage. (Rekonstruktion)
    Fotoquelle: ARTE France
  • PortrŠt von Soghomon Tehlirian, der durch sein Attentat auf den letzten Innenminister des Osmanischen Reiches, Tal‰t Pascha, bekannt wurde Vergrößern
    PortrŠt von Soghomon Tehlirian, der durch sein Attentat auf den letzten Innenminister des Osmanischen Reiches, Tal‰t Pascha, bekannt wurde
    Fotoquelle: ARTE France
  • Soghomon Tehlirians Ehefrau Christine sagt im Prozess gegen ihren Mann vor dem Gericht der Europäischen Union im Juni 1921 in Berlin aus. (Rekonstruktion) Vergrößern
    Soghomon Tehlirians Ehefrau Christine sagt im Prozess gegen ihren Mann vor dem Gericht der Europäischen Union im Juni 1921 in Berlin aus. (Rekonstruktion)
    Fotoquelle: ARTE France
  • Soghomon Tehlirian (li. oben) während seiner Verhandlung am Gericht der Europäischen Union im Juni 1921 in Berlin (Rekonstruktion) Vergrößern
    Soghomon Tehlirian (li. oben) während seiner Verhandlung am Gericht der Europäischen Union im Juni 1921 in Berlin (Rekonstruktion)
    Fotoquelle: ARTE France
Report, Geschichte
Hinrichtung auf offener Straße

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 10/02 bis 18/02
Produktionsland
Frankreich
Produktionsdatum
2014
arte
So., 11.02.
02:55 - 03:50
Der Armenier Tehlirian rächt den Völkermord


Am 15. März 1921 wurde Talat Pascha, der im Berliner Exil lebende letzte Innenminister des Osmanischen Reiches, auf offener Straße von dem jungen Armenier Soghomon Tehlirian erschossen. Als Tehlirian einige Monate später vor einem deutschen Gericht stand, stellte er sich als Opfer dar: "Ich habe einen Menschen umgebracht, aber ich bin kein Mörder." Der Prozess nahm eine überraschende Wende, denn Tehlirian brachte das Gericht dazu, sich mit Talat Paschas Verantwortung für das Massaker an den Armeniern im Jahr 1915 zu befassen. Das Urteil lautete letztlich auf Freispruch. Der Prozess setzte den Völkermord wieder auf die Tagesordnung. Überlebende Augenzeugen berichteten Einzelheiten über Verschleppungen und Massaker und enthüllten die ganze Tragweite des Vernichtungssystems der Jungtürken-Regierung. Anhand der Protokolle der Gerichtsverhandlung, die in fiktionalen Szenen nachgestellt wird, sowie von Archivbildern und Einschätzungen anerkannter internationaler Experten beleuchtet der Film die widersprüchlichen Facetten dieses Falls und zeigt, wie das Gefühl widerfahrenen Unrechts eine Gruppe von Männern dazu brachte, ihr Volk rächen zu wollen. Denn Soghomon Tehlirian war kein Einzeltäter und ging auch nicht planlos vor. Er agierte im Auftrag der "Operation Nemesis", eines Geheimbundes, der 1921 und 1922 Anschläge auf fünf weitere hochrangige Türken verübte, die nach dem Ersten Weltkrieg für die Beteiligung am Genozid verurteilt worden waren. Vor dem Hintergrund des 100. Jahrestags des Völkermords an den Armeniern erhellt der Film die Ursachen dieses ersten Verbrechens gegen die Menschlichkeit im 20. Jahrhundert und stellt erneut die Frage nach der internationalen Anerkennung des Genozids, die ein Jahrhundert nach den Ereignissen besonders in der Türkei immer noch strittig ist.


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