Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse

  • Mit seinen Bildern, in denen er ein besonderes Augenmerk auf Licht und Farbe von Sonnenlicht, Feuer und Wasser legte, beeinflusste der englische Maler William Turner auch die Künstler des Impressionismus. Vergrößern
    Mit seinen Bildern, in denen er ein besonderes Augenmerk auf Licht und Farbe von Sonnenlicht, Feuer und Wasser legte, beeinflusste der englische Maler William Turner auch die Künstler des Impressionismus.
    Fotoquelle: ARTE F
  • Als erste Nation schaffte das Vereinigte Königreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Sklavenhandel ab. Der Maler Turner springt gewissermaßen selbst in die trüben Fluten der britischen Gesellschaft und konfrontiert den Menschen mit seiner Verantwortung. Vergrößern
    Als erste Nation schaffte das Vereinigte Königreich zu Beginn des 19. Jahrhunderts den Sklavenhandel ab. Der Maler Turner springt gewissermaßen selbst in die trüben Fluten der britischen Gesellschaft und konfrontiert den Menschen mit seiner Verantwortung.
    Fotoquelle: ARTE F
  • Ein Gemälde, das aus einer anderen Zeit zu stammen scheint: Mit seinem "Sklavenschiff" thematisiert der britische Maler William Turner die Schrecken der Sklaverei mit einem Kapitän, der kranke Sklaven über Bord werfen lässt. Vergrößern
    Ein Gemälde, das aus einer anderen Zeit zu stammen scheint: Mit seinem "Sklavenschiff" thematisiert der britische Maler William Turner die Schrecken der Sklaverei mit einem Kapitän, der kranke Sklaven über Bord werfen lässt.
    Fotoquelle: ARTE France
Kultur, Malerei
Hundert Meisterwerke und ihre Geheimnisse

Infos
Synchronfassung, Online verfügbar von 10/02 bis 11/04
Produktionsland
Frankreich
Produktionsdatum
2017
arte
So., 10.02.
16:25 - 16:55
"Das Sklavenschiff", 1840, J.M.W Turner


Der Sklavenhandel war bereits im Mittelalter verbreitet, doch zu Beginn des 16. Jahrhunderts nahm die Praxis mit der Verschiffung von Afrikanern und ihrer Versklavung durch die Europäer auf den amerikanischen Plantagen bisher unbekannte Ausmaße an. 1807 untersagte Großbritannien als erste Nation den Sklavenhandel und bekämpfte ihn ab diesem Zeitpunkt auch aktiv mit seiner mächtigen Handelsflotte. Der britische Maler J. M. W. Turner war seit jeher vom Meer fasziniert. Seit seiner Kindheit bannte er die unbändige Kraft der Stürme auf die Leinwand und hielt die wechselvollen Beziehungen zwischen Mensch und Meer fest. Sein Pinselstrich revolutionierte die Gattung Landschaftsgemälde: Turner brach mit herkömmlichen Konventionen und verlieh seinen Werken eine bisher unbekannte emotionale Tiefe. 1840 präsentierte er der Royal Academy of Arts ein Gemälde, das aus einer anderen Zeit zu stammen schien: Es zeigt die Schrecken eines Sklavenschiffs mit einem Kapitän, der kranke Sklaven über Bord werfen lässt. Doch vielleicht thematisiert Turner in dem Bild gar nicht die Vergangenheit. Es könnte sich auch um eine zeitgenössische Szene handeln, um ein ausländisches Schiff, das sich seiner Sklaven entledigt, um seinem britischen Verfolger zu entkommen. Oder stimmen vielleicht beide Interpretationen? Der wortkarge, in seinem Leben und seinen Wertvorstellungen widersprüchliche Maler springt gewissermaßen selbst in die trüben Fluten der britischen Gesellschaft, die ganz auf die wirtschaftlichen und technischen Erfindungen ihrer Zeit fixiert ist, und konfrontiert den Menschen mit seiner Verantwortung, mit der Ausbeutung seiner Artgenossen durch den Sklavenhandel, die Industrialisierung und nun die Globalisierung.


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