Ich bin dann mal weg

  • Hape Kerkeling (Devid Striesow) geht den Jakobsweg, um näher bei sich selbst zu sein. Vergrößern
    Hape Kerkeling (Devid Striesow) geht den Jakobsweg, um näher bei sich selbst zu sein.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Stella (Martina Gedeck) steckt nach dem Verlust ihrer Tochter und der Trennung von ihrem Mann in einer Lebenskrise. Hape (Devid Striesow) treibt eine Sehnsucht nach Spiritualität. Vergrößern
    Stella (Martina Gedeck) steckt nach dem Verlust ihrer Tochter und der Trennung von ihrem Mann in einer Lebenskrise. Hape (Devid Striesow) treibt eine Sehnsucht nach Spiritualität.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Auf Hapes (Devid Striesow) Tour wird der Entertainer von Stella (Martina Gedeck, rechts) und Lena (Karoline Schuch) begleitet. Vergrößern
    Auf Hapes (Devid Striesow) Tour wird der Entertainer von Stella (Martina Gedeck, rechts) und Lena (Karoline Schuch) begleitet.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Der Film zitiert das Buch, dessen Kraft und Witz wissen die Bilder aber nicht zu vermitteln. Vergrößern
    Der Film zitiert das Buch, dessen Kraft und Witz wissen die Bilder aber nicht zu vermitteln.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Hape (Devid Striesow) gönnt sich etwas Ruhe von seiner anstrengenden Wallfahrt. In seinem Tagebuch schreibt er von seinen Erfahrungen. Letztendlich wurde "Ich bin dann mal weg" daraus. Vergrößern
    Hape (Devid Striesow) gönnt sich etwas Ruhe von seiner anstrengenden Wallfahrt. In seinem Tagebuch schreibt er von seinen Erfahrungen. Letztendlich wurde "Ich bin dann mal weg" daraus.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Devid Striesow leistet gewohnt gute Arbeit als Hape Kerkeling. Vergrößern
    Devid Striesow leistet gewohnt gute Arbeit als Hape Kerkeling.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Die Vorlage verkaufte sich fünf Millionen Mal. Doch die Stärken des Buches vermag der Film "Ich bin dann mal weg" nicht zu übertragen. Vergrößern
    Die Vorlage verkaufte sich fünf Millionen Mal. Doch die Stärken des Buches vermag der Film "Ich bin dann mal weg" nicht zu übertragen.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
  • Die Vorlage verkaufte sich fünf Millionen Mal. Doch die Stärken des Buches vermag der Film "Ich bin dann mal weg" nicht zu übertragen. Vergrößern
    Die Vorlage verkaufte sich fünf Millionen Mal. Doch die Stärken des Buches vermag der Film "Ich bin dann mal weg" nicht zu übertragen.
    Fotoquelle: SAT.1 / Warner Brothers
Spielfilm, Komödie
Pilgern für Anfänger
Von Sebastian Köhler

Infos
Spielfilm in HD
Originaltitel
Ich bin dann mal weg
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2015
Kinostart
Do., 24. Dezember 2015
SAT.1
Mi., 03.10.
20:15 - 22:05


Wunder gibt es immer wieder. Die Verfilmung von Hape Kerkelings Bestseller "Ich bin dann mal weg" ist keines. Im gleichnamigen Film geht der Geist des Buches, der Mix aus Witz und Kontemplation, fast völlig verloren.

Ein bekannter deutscher Comedian pilgert knapp 800 Kilometer auf dem spanischen Jakobsweg, sucht sich selbst (und ein bisschen Gott) und trifft unterwegs mal nervige, mal amüsante bis interessante Mitreisende. Klingt nicht besonders sexy, ist aber kurz gefasst der Plot des größten bundesdeutschen Sachbucherfolgs überhaupt. Fünf Millionen Mal wurde Hape Kerkelings Selbstfindungstrip "Ich bin dann mal weg" seit seinem Erscheinen 2006 verkauft. Julia von Heinz verfilmte 2015 den beliebten Stoff – und verhob sich deutlich. Dennoch zog der Film 1,8 Millionen Besucher ins Kino. SAT.1 zeigt "Ich bin dann mal weg" nun erstmals im Free-TV.

Kerkeling, gespielt von Devid Striesow, zeigt sich in seinem Buch als Sinnsucher, als Mensch mit einer großen Sehnsucht nach Spiritualität und einem gesunden Misstrauen gegenüber institutionalisierter Religion. Der Erfolg von "Ich bin dann mal weg" beruht aber wohl in erster Linie darauf, dass sich Kerkeling mit Witz und Selbstironie vor dem Leser entblättert.

Als Buch funktioniert das wunderbar, in der Filmfassung leider überhaupt nicht. Das hat Gründe. Der wichtigste: Im Buch gibt es keine Dramaturgie. Es braucht keine. "Ich bin dann mal weg" ist in Tagebuchform geschrieben. Kerkeling skizziert und räsoniert, er meditiert über Erlebnisse auf der Reise und was sie in ihm innerlich auslösen. Äußerlich passiert in "Ich bin dann mal weg" wenig. Das ist für einen Film natürlich tödlich. Gleich drei Drehbuchautoren haben aus der Vielzahl der im Buch vorkommenden Personen zwei Charaktere destilliert, die Hape auf dem Weg begleiten: Stella (Martina Gedeck) pilgert in Gedenken an ihre Tochter und nutzt die Pilgerreise für sexuelle Abenteuer. Während Martina Gedeck Stella eine gewisse Tiefe und Glaubwürdigkeit verleihen kann, hat Karoline Schuch die undankbare Aufgabe, einen komplett ausgedacht wirkenden Charakter spielen zu müssen.

Wer Kerkelings Buch nicht gelesen hat, wird sich nach dem Film mit einiger Sicherheit fragen, wie "Ich bin dann mal weg" zu einem überragenden Erfolg werden konnte. Das liegt vor allem an der biederen Inszenierung – angefangen bei der langatmigen Exposition, die redundant Kerkelings Motivation für die Pilgerreise ausbreitet, bis hin zum schwülstigen Finale in Santiago de Compostela. Das Buch lässt vieles in der Schwebe, die Verfilmung dagegen ist bestrebt, alles zu zeigen. Und verfehlt damit komplett die spirituelle Dimension der Vorlage.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Ich bin dann mal weg" finden Sie hier.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Der Trailer zu "Ich bin dann mal weg"

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